Aus Frankfurt (Oder) waren 16 Nachwuchsathleten auf die viertägige Wettkampfreise gegangen, etliche von ihnen zum wiederholten Male. Traditionell war der Freitag einem lockeren Training und einem Aufenthalt am Warnemünder Ostseestrand vorbehalten.
Am Samstag wurde es Ernst beim Sprint, Sprung, Lauf und Wurf. Wenzel König (M11) bewies einmal mehr sein großes Sprinttalent. Der diesjährige Landesmeister im Dreikampf qualifizierte sich unter 30 Startern mit der zweitbesten Vorlaufzeit für das 50-m-A-Finale. Dort focht er sich einen starken Kampf mit dem Vorlaufschnellsten Elija Ziem Elija (LAV Waren/Müritz), den am Ende keiner für sich entscheiden konnte. Beide sprinteten nach 7,29 Sekunden über die Ziellinie und gewannen damit Gold. Wenzel führt mit dieser neuen persönlichen Bestleistung jetzt auch die Landesbestenliste seiner Altersklasse an. Zudem wiederholte er seinen Sieg von 2012 und ist nun mit insgesamt vier Einzel- und drei Staffelmedaillen erfolgreichster Ostseepokal-Teilnehmer des Frankfurter Sportclubs. Gold im Sprint hatten vor ihm im Jahr 2006 Maximilian Seelig und Leon Senger, heute ein erfolgreicher Mittelstreckler des SC Potsdam, sowie 2011 Matti Keller geholt.
Fünf Jahre vergingen gar, bis ein Mittelstreckler des Sportclubs wieder aufs Podest steigen konnte. Nach Tim Bechly 2009/2010, damals noch über 1000 m, knüpfte der elfjährige Aaron Bertel (M11) über 800 Meter an diese Leistungen an. Anfangs an dritter Stelle liegend, verlor er zwischendurch an Plätzen, zeigte aber ab der letzten Kurve noch mal Ehrgeiz und lief als Dritter in 2:41,75 min (persönliche Bestleistung) ins Ziel. Nach drei Staffelmedaillen in den Vorjahren ist auch das ein gehöriger Motivationsschub.
Helena Kutz (W9) ist nach Michelle Walter, Janine Bormann (beide 2006) und Laura Klamke (2009) gar erst das vierte Mädchen, das in der Vereinsgeschichte in Rostock eine Medaille erkämpfte. Ihr gelang das im Weitsprung mit 3,65 m (pBL) und das bei 47 Teilnehmern.
Die Frankfurter Leichtathleten erhöhten damit ihre Rostocker Bilanz in zehn Jahren auf 33 Einzel- und Staffelmedaillen, darunter auch im Weit- und Hochsprung sowie Ballwurf, erzielt durch 31 Sportler. Hinzu kamen auch in diesem Jahr wieder Urkunden: für fünf 5., zwei 6. und vier 7. Plätze sowie vier Qualifikationen für B-Sprintfinals. Und auch wer es nicht ganz nach vorn schaffte, konnte sich doch über persönliche Bestleistungen freuen. 22 gingen insgesamt auf das Vereinskonto. Jeweils drei gelangen Helena Kutz (50 m, Ball, Weit), Marco Alexander Unger (800 m, Weit, Ball) und Wenzel König (50 m, Ball, Weit). Für zwei ihrer Starts können sich dies Tim und Tamina Thielemann (jeweils 800 m, Ball), Lilly Thiessen (75 m, Weit) und Aaron Bertel (800 m, Weit) eintragen. Mit vielen Leistungen finden sich die Frankfurter damit in den Landesbestenlisten wieder.
"Die Stimmung unter den Sportlern war sehr gut. Am Wettkampftag zeigten viele eine große Selbstständigkeit bei der Erwärmung und dem rechtzeitigen Erscheinen zum Aufruf", resümiert René Bertel, der mit drei weiteren Übungsleitern - Susanne Thielemann, Ricarda Bohrisch und Pieta Bickenbach - die Gruppe betreute. Angesichts mancher Leistungen in diesem Altersbereich und der Teilnahme vieler Landesmeister sei der Wettkampf schon ein "besonderes Kaliber. Aber so wissen wir auch, wo unsere Sportler außerhalb Brandenburgs stehen". Zwar gab es wieder zwischendurch Regenschauer und sogar Hagel, aber das sind die Athleten mittlerweile in Rostock schon gewohnt.
Urkundenplätze erkämpften:
Platz 5: Tim und Tamina Thielemann (AK9/Ball), Marco Unger (M10/800 m), Wenzel König (Weitsprung), Franziska Rossak (W12/800 m); Platz 6: Marco Unger (Weit), Juliane Sommer (12/Hochsprung); Platz 7: Aaron Bertel (M11/Hoch), Wenzel König (Ball), Christoph Frank (M12/800 m), Bastian Pfundstein (M13/800 m); B-Finals: 1. Helena Kutz (50 m), 3. Christoph Frank (75 m), 5. Aaron Bertel (50 m), 6. Jonas Kämmer (M13/75 m)