Der neue Kalender „100 Jahre Kurort Bad Saarow“ ist auch eine Botschaft der Macherinnen an die, die heute hier leben: Erhaltet die Einzigartigkeit des Ortes und die von Ludwig Lesser angelegten grünen Achsen. Zu diesem Eindruck mussten die Gäste kommen, die die Eröffnung der Ausstellung mit Fotos aus dem Kalender 2023 am Donnerstagabend im Saarow-Centrum miterlebten.
Begleitet von Musik des Pianisten Tom Engel und nach einführenden Worten von Beate Müller, Vorsitzende des Fördervereins Kurort Bad Saarow, und Bürgermeister Axel Hylla, erklärten die Macherinnen, worauf es ihnen bei dem Jubiläumskalender ankam. Carola Petzold (sie konnte bei der Präsentation nicht dabei sein), Elke Miethe und Steffi Berthold haben ein gut strukturiertes Werk geschaffen, das in wenigen Worten viel Wissenswertes vermittelt.
Die Macherinnen Steffi Berthold (l.) und Elke Miethe vor dem Kalenderblatt Kunst in der Ausstellung zum Kalender 2023 „100 Jahre Kurort Bad Saarow“ im Saarow-Centrum
Die Macherinnen Steffi Berthold (l.) und Elke Miethe vor dem Kalenderblatt Kunst in der Ausstellung zum Kalender 2023 „100 Jahre Kurort Bad Saarow“ im Saarow-Centrum
© Foto: Ruth Buder
„Das ist ja das Komplizierte, dass man in so einem Kalender nicht viel schreiben darf“, erklärt Steffi Berthold. Dazu kommt, dass sie aus einer Fülle von Fotos – viele Bürger haben mit Fotomaterial unterstützt – auswählen und sich entscheiden mussten, auch im Hinblick auf die bereits erschienenen Kalender.

Doppelseiten mit Fotos und kurzen Texten

Allen zwölf Themen ist eine Doppelseite gewidmet, mit kurzen Texten und jeweils drei Fotos. Und so gehört dem Kalenderblatt Januar die „Ortsgeschichte“, der Februar dem „Fremdenverkehr und Tourismus“, es folgen „Kurmittel“ mit Verweis auf das besondere Klima, das Heilmoor und das Chlor-Kalzium-Heilwasser, die heute noch in der Therme Anwendung finden. Der April steht unter dem Motto „Gesundheit und Kurhäuser“. Es wird an die Geschichte des Eibenhofes und des heutigen Klinikums erinnert, für das der Grundstein bereits 1954 gelegt worden war. Dass es auch immer Rückschläge gab, zeigt die Schließung des deutschlandweit einzigartigen Schwangerenkurheimes.
„Persönlichkeiten, die Bad Saarow prägten“ findet der Leser im Kalenderblatt Mai. Erwähnt werden Gartenarchitekt Ludwig Lesser, der Badearzt Dr. Grabley, der langjährige Bürgermeister Heinz Schroeder, Prof. Dr. Hans-Rudolf Gestewitz sowie Dr. Christian Kirchner und der damalige Bürgermeister Axel Walter, die nach der Wende die Voraussetzungen für einen modernen Kurort schufen, heißt es.

Scharwenka-Haus, Wasserturm und altes Moorbad

Der Juni widmet sich der „Kirche“, das Juli-Kalenderblatt steht unter dem Thema „Sanierung und Nutzung historischer Gebäude“. Dabei finden das sanierte Scharwenka-Haus, der Wasserturm und das ehemalige Moorbad Erwähnung. „Landwirtschaft und Gartenbau“ werden im August umrissen, der September gehört der Kunst. Leider seien kaum noch Kunstwerke von vor dem Zweiten Weltkrieg vorhanden, erklärt Steffi Berthold.
Das von Fritz Cremer geschaffene Johannes-R.-Becher-Denkmal in der Seestraße wurde 1964 mit den Worten des Dichters „Friede – Friede sei auf Erden. Menschen lasst uns Menschen werden“ eingeweiht. Heute befindet es sich in einem etwas heruntergekommen Zustand. Das Problem sei bereits an den Bürgermeister herangetragen worden, sagte Steffi Berthold, die sich wie Elke Miethe als langjährige Saarowerin verpflichtet fühlt, sich in die Kommunalpolitik einzumischen.

Die Ausstellung ist Ende und Auftakt zugleich

Das Oktoberblatt erinnert an die Künstler des Ortes, im November geht es um die Kultur und im Dezember kann man nachlesen, dass Bad Saarow auch ein Ort des Sports ist und vielfältige Möglichkeiten bietet. Die beiden Macherinnen bekamen viel Applaus für ihre gelungene Arbeit. Beate Müller sagte, mit der Herausgabe des Kalenders und der Ausstellung im Saarow-Centrum ende der diesjährige Saarower Kultursommer. Zugleich sei es der Auftakt für das Jubiläumsjahr, wenn der Kurort seinen 100. Geburtstag feiert.
Die Ausstellung im Saarow-Centrum bleibt bis Juli 2023, Eintritt frei. Den Kalender gibt es für 10 Euro an einschlägigen Orten in Bad Saarow, zum Beispiel in der Tourist-Info und in der Bibliothek.