Es könnte in Briesen nach der Schule das zweitgrößte Haus werden – die neue Seniorenresidenz in der Petershagener Straße. Den Vorplan vom Pflegeheim mit betreutem Wohnen stellten jüngst zwei Berliner Architekten im Hauptausschuss den Gemeindevertretern vor.
Errichten möchte das Haus in U-Form auf der Freifläche neben der Kita der Investor Helmuth Penz (Ficon Consulting & Real Estate GmbH). Der Berliner hat laut Bürgermeister Gerd Schindler damit viel Erfahrung – und Bedarf sei vorhanden, dem wolle man sich stellen. „Jedes Jahr kommen 17 bis 20 Briesener in das Pillgramer Heim“, fügte Schindler an. Er habe Penz vor Monaten wegen der Fläche (7000 Quadratmeter) kontaktiert, im Hinblick auf altersgerechtes Wohnen. Vorgestellt wurde nun aber ein Bau eines Pflegeheims. „Nur für altersgerechte Wohnungen ist die Fläche zu klein“, sagte Architekt Michael Julius Zielinski (Berlin) und sprach beim Bewohner-Einzugsgebiet auch von Fürstenwalde und Frankfurt.
Gebaut werden soll in U-Form – 60 Meter entlang der Straße, 40 Meter tief und fast 12 Meter hoch. „Da wir hier hohen Wasserstand haben, kommt das Haus einen Meter aus dem Boden heraus.“ Im Untergeschoss seien Nebenräume, Küche, Fitness, Sauna, Frisör, Fußpflege und Restaurant integriert, im Erdgeschoss 30 Einzel- und 6 Doppelzimmer (Pflegestufe 1 bis 3). Das erste Obergeschoss beinhalte weitere 32 Einzel- und sechs Doppelzimmer als Pflegeheim mit Rundumbetreuung, darüber sei per Staffelgeschoss Platz für altersgerechtes Wohnen – acht Einzel- und zwölf Doppelzimmer mit Dachterrasse. „Das ergibt insgesamt 118 Betten und 86 Zimmer, alle mit Bad“, so Zielinski.
Das Haus werde wie ein Hotel – mit Rondell-Zufahrt, 20 Parkplätzen, drei Treppenhäusern, zwei Fahrstühlen, Wintergarten hinten, Licht-Prisma im begrünten Dach. Von Bäumen, Wegen und Rampen um das ganze Haus sowie zehn bzw. zwölf Metern Platz zu den Nachbarn sprach zudem Landschaftsarchitekt Alf Krüger. Findet Investor Penz einen Betreiber, komme der Bau, erklärten beide Architekten.
„Hier fehlt der Platz für den Rettungs-Heli“, gab der Abgeordnete Manfred Wilke zu bedenken. Ein Löschteich sollte laut Vize-Wehrführer Olaf Hauffe auch sein. „Für altersgerechtes Wohnen gibt es kein Fördergeld, ein Pflegeheim wird durch die Kassen bezahlt“, sagte Armin Gebauer, vom „Betten-Bunker“ wenig begeistert. „Altersgerechtes Wohnen macht auf dem Land wenig Sinn, da bleiben die Leute so lange auf ihrer Scholle, bis sie ins Pflegeheim müssen“, argumentierte Bodo Blume dagegen. Auch sei das Füllen des Hauses ja nicht Gemeinde-Problem. Das überzeugte. Wegen des schadhaften Baugrunds will die Gemeinde beim Verkaufs-Preis dem Investor entgegen kommen.