Etliche Trucks haben Fürstenwalde schon erreicht. Sie parken dicht an dicht auf dem Festplatz. In ihren Bäuchen schlummert das Equipment für drei Tage Nervenkitzel, Höhenflügel, Horrorshow und Jahrmarktsgeschmack. Denn von Freitag bis Sonnabend (1. bis 3. Juli) steigt das Stadtfest mit Konzerten und Programm auf vier Bühnen, Ständen und Rummel, Einblicken in die Geschichte und Mittelaltermarkt auf dem Goetheplatz, mit Kinderfest und Fahrten auf dem Schaufelraddampfer – zum 750. Geburtstag von Fürstenwalde soll es ein unvergessliches Ereignis werden.
„Es ist ein Mix aus nationalen und internationalen Highlights geworden, zu dem auch Fürstenwalder Kolorit gehört“, sagt Henry Arzig, der Chef der Catering Company GmbH, die von der Stadt mit der Organisation beauftragt ist. Und so finden sich auf dem vollen Programm neben Phil Bates, Sotiria, Roof Garden und Pittiplatsch, der Fürstenwalder DJ Mike la Funk, CherryCore&Loca aus Bad Saarow, Joe’s Big Band, der Tanzkreis Fürstenwalde, die Tanzschule Gertitschke & United Dancers, das Tanzstudio Miral und die Fürstenwalder Senioren-Tanzgruppe. „Celtica fliegen extra aus Barcelona ein, wo sie einen Tag zuvor einen Auftritt haben“, sagt Arzig.

Budget fürs Stadtfest Fürstenwalde: rund 170.000 Euro

Ein Blick in den eng beschriebenen Flyer zeigt: Am Programm wurde nicht gespart. Auch wenn manch ein Veranstaltungsprofi das Budget offenbar für recht schmal gehalten hat. „Professionelle Agenturen aus Fürstenwalde haben sich gar nicht an der Ausschreibung beteiligt, weil sie fanden, dass die Summe zu gering ist“, berichtete Arzig bei der Pressekonferenz zum Stadtfest am 27. Juni. 170.000 Euro brutto bzw. 143.000 Euro netto, sagte er, hätten ihm zur Verfügung gestanden. In vorangegangenen Stadtfesten waren es in Fürstenwalde meist um die 80.000 Euro. In Eisenhüttenstadt sollen es 2019 aber auch schon 500.000 Euro gewesen sein.
„Ich bin wahnsinnig froh, dass wir Sie binden konnten! Hier ist ein Profi am Werk“, sagte Bürgermeister Matthias Rudolph in Richtung Arzig. Denn wenige Wochen vor dem Jubiläumsfest hatte Robert Kaul, der Leiter der Fachgruppe Kultur und Sport im Rathaus, gekündigt. Nun ist die Organisation dennoch gelungen. „Wir bekommen ein Fest, das Fürstenwaldes würdig ist“, ist der Bürgermeister froh.
Viele Vereine, Organisationen und Privatpersonen unterstützen. Die Sparkasse Oder-Spree steuert 4000 Euro bei, der Reifenhersteller Goodyear 2500 Euro, e.dis und Bonava sind ebenfalls unter den größeren Sponsoren, sagte Rudolph. Zudem habe er schon viele Spendenbescheinigungen über 100 bis 1000 Euro ausgestellt. Das Geld, insgesamt mehr als 26.000 Euro, wird nicht nur ins Stadtfest an diesem Wochenende fließen, sondern auch in den großen Festumzug des historischen Stadtfestes, das vom 30. September bis 2. Oktober steigt.

Straßen der Innenstadt ab Mittwoch gesperrt

Damit an diesem Freitag alle Bühnen, Stände und Fahrgeschäfte stehen, sind ab Mittwoch (29. Juni) zahlreiche Straßen der Innenstadt gesperrt. „Die Zuwegung mit Fahrzeugen ist begrenzt“, informierte der Bürgermeister. Zudem wird es laut zum Fest: In der Innenstadt sollen die Konzerte bis 1 Uhr gehen, auf der Bullenwiese sei spätestens um 23 Uhr Schluss. Auf der Bullenwiese sind mittlerweile die angrenzenden Wohnblöcke großflächig abgesperrt, um Festgäste davon abzuhalten, ihre Notdurft in den Vorgärten zu verrichten.
Genau das befürchten Anwohner. Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats der Eigentümergemeinschaft am Niederlagetor, Bruno Milde, hatte kürzlich im Sozialausschuss auf Beschlüsse aus den 1990er Jahren hingewiesen, denen zufolge die Bullenwiese nicht Festplatz sein dürfe, auch, weil der Festplatz an der Külzstraße mit Fördermitteln gebaut worden sei. Er wollte eine Zusage haben, dass die 750-Jahr-Feier eine einmalige Ausnahme darstelle. Er kritisierte, dass die Stadt früher das Gespräch mit den Anwohnern hätte suchen sollen.
Der Lageplan zum Stadtfest 750 Jahre Fürstenwalde.
Der Lageplan zum Stadtfest 750 Jahre Fürstenwalde.
© Foto: Stadt Fürstenwalde

Schausteller fahren richtig auf

Joe Probst, der erste Vorsitzende des Lausitzer Schaustellerverbandes, hat für das Stadtfest „richtig aufgefahren“, wie er selbst sagt. „Eine Neuheit ist eine 21 Meter hohe Schaukel für 16 Personen, in der die Füße frei hängen“, nennt er ein Highlight. Das Fahrgeschäft heißt Streetfighter, gehört seit diesem Frühjahr dem Schaustellerbetrieb Jacobi und wurde sogar von einem Pfarrer eingeweiht. „Eine Fahrt dauert drei Minuten und kosten fünf Euro“, teilte Bettina Jacobi der MOZ mit. Neu in Fürstenwalde sei auch eine zweistöckige Geisterbahn, die „familientauglich“ sei und in der abends „Live-Erschrecker, manchmal mit Kettensäge, unterwegs sind“, verrät Joe Probst. Autoscooter, Achterbahn, Flugsimulator, Schiffsschaukel, Freefall-Tower, Breakdance und vieles mehr sorgen für Spaß. Einen Tipp für Fahren ohne Reue hat Joe Probst auch: „Einen Punkt suchen, den fixieren und lieber nach den Fahrten essen.“
Das Fest wird am Freitag, um 19 Uhr, auf der Hauptbühne auf dem Marktplatz von Bürgermeister Matthias Rudolph mit dem Bierfass-Anstich eröffnet. Auf den Bühnen auf der Spreewiese und am Dom beginnt das Programm um 14 Uhr.
Mehr zu 750 Jahre Fürstenwalde finden Sie auf unserer Themenseite.
Das komplette Programm gibt es auf www.stadtfest-fuerstenwalde.com