Seit zwei Jahren ist immer wieder die Säge im Wald zu hören - öfter und intensiver, als es vielen lieb ist. In der Gemeindevertretung von Bad Saarow brachte zuletzt der Petersdorfer Abgeordnete Thomas Schoppe, sonst einer der Stillen im Kommunalparlament, das Thema auf den Tisch. Von "großen Flächen", die abgeholzt worden seien, sprach er. In großen Mengen sei Holz aus dem Wald abgefahren worden, berichtete er. "Teilweise ist alles kahl."
Das Waldgebiet zwischen Petersdorf und Rauen ist in Privatbesitz. Vor drei Jahren verkaufte es die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben an Philipp Grellmann aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) - einen Holzhändler. Der scheint aus dem Wald nun Geld machen zu wollen.
Mit den Fällungen befasst hat sich auch schon die zuständige Oberförsterei Erkner. Deren Leiter Thomas Erlemeier zeigt sich alles andere als erfreut über das Handeln Grellmanns. "Ich kann den Ärger der Leute verstehen", sagt er. Eine Prüfung durch seine Behörde habe allerdings ergeben, dass kein Verstoß gegen das Waldgesetz des Landes Brandenburg vorliege.
Laut dem dortigen Paragraf 10 handelt es sich dann um einen verbotswidrigen Kahlschlag, wenn auf einer zusammenhängenen Fläche weniger als 40 Prozent des Baumbestandes bestehen bleiben. Der Eigentümer habe die äußerste Grenze dieses Gesetzes ausgeschöpft, nicht aber dagegen verstoßen, so Erlemeier. Dennoch äußert er Unbehagen. "Kein Gesetz ist dazu da, dass man es bis zur Grenze ausreizt. Im Landeswald würden wir niemals so wirtschaften", sagt er. Den örtlichen Revierförster habe er beauftragt, das Geschehen regelmäßig zu beobachten.
Grellmann war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Vergangenheit hatte der Geschäftsmann betont, Maßnahmen mit den Behörden abzusprechen und sich an das Gesetz zu halten. In Brandenburg scheint das jedoch nicht immer der Fall gewesen zu sein. Gegen Grellmann, der auch Waldgebiete in anderen Landkreisen gekauft hat, gab es nach Angaben des Landesbetriebs Forst bereits zahlreiche Verfahren wegen Verstößen gegen das Waldgesetz durch Kahlschläge. "Er ist einer unserer Hauptkunden, und er geht offenbar sehr zielgerichtet vor", sagt der Fachbereichsleiter Forsthoheit, Jörg Ecker.
Zu dem etwa 190 Hektar großen Gelände, das Grellmann zwischen Petersdorf und Rauen besitzt, gehört auch der Bunker Fuchsbau, in dem er regelmäßig Führungen anbietet. Vor gut einem Jahr kündigte er zudem an, auf dem Bunker-Gelände ein Drei-Sterne-Hotel und ein Restaurant errichten zu wollen. Zu sehen ist von derartigen Vorhaben aber noch nichts.