Die Ausgangspunkte waren festgezurrt: Das Gebäude solle kein Prestigeobjekt werden, sondern zweckmäßig, betonte Amtsdirektorin Marlen Rost:  Ein zweigeschossiger Flachbau mit bis zu 1500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche und mindestens 4000 Quadratmeter Außenfläche. Die ausgewählten Standorte bieten das alles. Überraschenderweise liegen sie auch bei den finanziellen Berechnungen nahe beieinander. Die  Kosten reichen von 3,03 Millionen Euro bis 3,69 Millionen Euro.
Das sei aber eine sehr grobe Schätzung, das Kostenrisiko liege noch bei 30 Prozent, schränkte Trumpp ein. Genauer können man werden, wenn der Planer Entwürfe vorlegt. Um zu erfahren, was geeigneter ist, habe man versucht, alle Aussagen zu objektivieren, erklärte der Fachmann. Dabei würde die Ansicht der Bürger mit 20 Prozent, die Verwaltungsperspektive mit 40 Prozent und die technische Sicht mit 40 Prozent gewertet.
Zum Favoriten kürten Trumpp und sein Büro den Standort an der Petershagener Straße, neben der Kita Kinderrabbatz.  Hier schlage zwar der Austausch kontaminierten Bodens mit rund 162 000 Euro Kosten negativ zu Buche. Aber es gebe viel freie Fläche, die es sogar erlaube, hinter Parkplatz und Bürohaus einen kleinen Park anzulegen. Einwänden, dass sich die zusätzliche  Verkehrsbelastung nicht mit der Kita vertrage, widersprach Trumpp. Man habe sich das vor Ort angeschaut und festgestellt: das werde keine Probleme bringen.
Areal an Vereinshaus auf Platz 2
Auch die Fläche neben dem Vereinshaus in der Karl-Marx-Straße bietet alle Möglichkeiten für einen Neubau und landete bei den Gutachtern auf Platz 2. Hier merkte allerdings Bodo Blume (Bürgerbündnis Briesen) wiederholt an, die Gemeinde wolle dieses Grundstück nicht hergeben. Marlen Rost entgegnete, bei der Befragung der Gemeindevertreter im Frühjahr habe sich Blume leider nicht zu diesem Grundstück geäußert.
Viele Haare in der Suppe fanden die Gutachter beim Grundstück in der Bahnhofstraße, wo bislang die beiden Amtsgebäude stehen. Zwar lobten etliche Briesener die zentrale Lage. Das Baufeld bringe für das bauliche Konzept aber viele Einschränkungen mit sich, so Trumpp. Zudem müssten je nach Variante eins oder beide bisher genutzten Gebäude abgerissen werden. Zusätzliche Kosten entstünden durch Interimslösungen für die Bauzeit.
Am Ende der Rangfolge steht das Agrotechnik-Gelände an der Frankfurter Straße. Für einige Ausschussmitglieder, darunter Briesens Bürgermeister Jörg Bredow (Bürger für Briesen), ist es offenbar inzwischen Favorit. Hier gebe es große Unwägbarkeiten, weil man nicht wisse, in welchem Zustand das Gebäude aus DDR-Zeit mit ungünstiger Raumaufteilung ist, so die Gutachter. Die Fläche rundherum sei versiegelt, eine Kontaminierung wahrscheinlich.
In der nächsten Sitzung am 30. September steht eine Grundsatzentscheidung an. Danach werde man mit der Gemeinde Briesen wegen der Grundstücke in Verhandlungen treten, erklärte Marlen Rost. Erst nach einer Einigung werde die Planung in Auftrag gegeben.