Sie sind süß-sauer und knackig im Biss. Mit roten Backen hängen sie an knorrigen Ästen und warten darauf gepflückt zu werden. Auf einer alten Streuobstwiese im Garten Steinhöfel, der vom regionalen Verein Landkunstleben bewirtschaftet wird, stehen 15 alte Apfelsorten, die vor dem Zweiten Weltkrieg angepflanzt wurden.
Ein Stück Kulturgut, das Besucher des Areals der ehemaligen Schlossgärtnerei  in diesen Tagen bestaunen und verköstigen können. „Das Apfeljahr ist trotz des Jahrhundertsommers fantastisch. Es hängen noch viele reife Früchte an den Bäumen“, sagt Gartenleiter Arne Ihm.
Verwertet werden die Früchte zum Saisonausklang beim traditionellen Apfelfest am Sonntag von 11 bis 18 Uhr. „Die Gäste können ernten, probieren und genießen“, sagt Arne Ihm. Es wird alles rund um den Apfel geboten – frischgepresster Saft, Bratäpfel aus dem Lehmbackofen, Apfelspiele, Apfelbratwurst und Apfelsuppe. Außerdem wird ein reichhaltiges Buffet mit Zutaten aus dem Garten zubereitet. Zur Müllreduktion werden die Gäste gebeten, ihr Geschirr mitzubringen. Auch eine Picknickdecke wäre nicht verkehrt, da Sitzgelegenheiten rar sind. Wer Lust hat, kann sich seine Lieblingssorte selbst pflücken. Dafür werden Papiertüten für einen kleinen Obolus verkauft.
Goldparmäne, Boskop, Kaiser Wilhelm oder Gravensteiner – um nur einige der alten Sorten im Garten Steinhöfel zu nennen – gelten als Liebhabersorten und sind im Handel oft schwer zu bekommen. Gärtner Carsten Kühn, der sich seit drei Jahren ehrenamtlich um die Streuobstwiese kümmert – hat sich der Vermehrung der alten Sorten verschrieben. Inspiriert und fachlich angeleitet wurde Kühn dabei von Hilmar Schwärzel, Leiter der Obstbauversuchsanstalt Müncheberg, auch als Apfelpapst bekannt. „Aus Edelreisern der Steinhöfler Apfelsorten habe ich kleine Bäumchen gezogen, die am Sonntag zu haben sind“, erzählt der Fachmann, der hauptberuflich  in der Gärtnerei  Floraland Arnold in Schöneiche arbeitet.
Apfelfest im Garten Steinhöfel am Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Eintritt 2 Euro, Kinder frei.