Letztere haben es anfangs etwas schwer, das Publikum mitzureißen, aber sie wissen, wie man Leute aus der Reserve lockt. Mit einer kleinen Polonaise ist der Bann gebrochen. Als die Trommler ihr Können lautstark darbieten, gibt es keine Berührungsängste mehr.
Um 15 Uhr startet das Bühnenprogramm. Mit einem Wirbel von Trommeln, Schlagzeug und anderen Instrumenten begeistert Harald Wenzek mit dem Trommelzentrum Rhythmus- und Musikliebhaber. Die Musiker führen Stücke auf, die sie selbst geschrieben haben. Um 15.20 Uhr dann ein starker Regenguss. Einige Zuhörer stellen sich in die Zelte, die meisten aber bleiben vor der Bühne. Die Musiker lassen sich nicht vertreiben. Pitschnass ziehen sie ihr Programm durch und ernten begeisterten Beifall. Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler verteilt Regenpellerinen an die Gäste.
Der Tanzkreis Fürstenwalde löst die Trommler ab, da ist es schon wieder fast trocken. Manche der jüngeren Zuschauer bewegen sich im Takt mit. Dann steht plötzlich eine Sängerin auf der Bühne und singt aus dem Musical "Cats". Der Kufa-Chef kennt die junge Dame nicht. "Das ist eine Überraschung vom Tanzkreis", weiß er. Marcel Schnieber klärt auf: "Wir haben drei Sänger von Musikala Berlin dabei: Jessica Schmidt, Enrico Schröder und Corinna Buchholz. Mit Musikala Berlin veranstaltet der Musikkreis am kommenden Wochenende die Musicalveranstaltung auf der Parkbühne."
Vor und während des Programms stehen für die Kleinen verschiedene Angebote bereit. Die Jüngsten können sich schminken lassen, malen, basteln oder mit Ton formen. Jörg Putzke ist dabei, eine Flöte aus Kunststoff herzustellen. "Ich habe bei Friedrich Stachat gelernt, Instrumente aus Ton herzustellen", erzählt er. "Das wäre bei so einem Familienfest nicht so toll für die Kinder, denn Ton muss ja noch gebrannt werden." Der Flötenbau aus Kunststoff dauere aber nur etwa eine Stunde und die Kinder können ihr Instrument gleich mit nehmen. "Und wenn jemand es eilig hat, reicht auch mal eine Vogelstimmenflöte. Die ist in zehn Minuten fertig", sagt Putzke.
Piet (4) und Danny Löhmann aus Fürstenwalde sind begeistert vom Fest. Ihnen ist auch die Trommelmusik nicht zu laut. Sie wippen mit den Füßen mit. "Piet liebt Schlagzeug", so der Vater und der Kleine nickt. Norma Groß aus Frankfurt (Oder) ist mit ihren zwei Söhnen, 11 und 13 Jahre alt, mehr zufällig zum Fest gestoßen. "Ich bin begeistert. Es ist alles sehr schön, die Musik, die Gaukler. Und die Menschen sind alle sehr hilfsbereit. Zum Beispiel erhielt ich einen Pullover für einen meiner Söhne, als er völlig durchnässt war."
Die Schauer haben es dem Team der Kufa nicht gerade leicht gemacht. Aber es hat schon schwierigere Situationen gemeistert.