Eigentlich wollte er nur Kontakt finden zu Mitmenschen am neuen Wohnort. Dass daraus ein Ehrenamt erwachsen würde, das entscheidend dazu beitrug, dass es in Bad Saarow heute das Scharwenka-Kulturforum gibt, ahnte Peter Wachalski anfangs selbst nicht. 2001 zog er in den Kurort. "Mit meiner Frau bin ich dann in den Förderverein Kurort Bad Saarow eingetreten, um Leute kennen zu lernen", erzählt er. Ein Jahr später traf er zufällig Evelinde Trenkner, Musikprofessorin aus Lübeck. Sie wollte die Erinnerung an die in Vergessenheit geratenen Komponisten Xaver und Philipp Scharwenka wach rufen, und ihr war bekannt, dass Xaver Scharwenka einst in Bad Saarow lebte. Viel mehr wusste niemand, doch schließlich wurde das Haus in der Moorstraße, damals eine leer stehende Ruine, als das Gesuchte identifiziert.
"Im Förderverein wurden dann Leute gesucht, die sich der Sache annehmen wollten", erzählt Wachalski. Er war einer von wenigen, die sich meldeten. "Wenn ich mich schon kümmere, dann richtig", war fortan seine Devise. Das Haus sollte ein Ort werden, der Bad Saarow und dem Tourismus nützt. Einige Jahre später wurde die Scharwenka-Stiftung gegründet. Deren Vorsitzender ist seitdem Wachalski, und seit knapp drei Jahren beherbergt das restaurierte Scharwenka-Haus ein Museum. Das Programm im angegliederten Konzertsaal ist wesentlicher Bestandteil des kulturellen Angebots in Bad Saarow.Wachalski, der vergangene Woche seinen 75. Geburtstag feierte, räumt ein, dass ihm Scharwenka lange ebenso unbekannt war wie so vielen anderen, obwohl er sich schon immer für klassische Musik interessierte. "Aber zu seiner Zeit war er weltbekannt und kam durch seine Musik zu Wohlstand."
In Bad Saarow landete Wachalski einst aus geografischen Gründen. Er besaß Autohäuser in Gosen, Wildau und Frankfurt - da lag der Scharmützelsee genau in der Mitte. Die Unternehmen werden mittlerweile von seinen Söhnen und einem Enkel geführt. 1990 hatte er sich zunächst in seiner Heimatstadt Berlin mit einer Computerfirma selbstständig gemacht, zur DDR-Zeit arbeitete er für das Elektronik-Kombinat Robotron. Zu seinen Hobbys zählen neben der Musik die Münzkunde und der Fußball. Mit seinen Autohäusern sponserte er den 1. FC Union Berlin, und er war Mitbegründer des Wirtschaftsrates des Vereins.
Sein unternehmerisches Denken habe auch sein Engagement für Scharwenka geprägt, sagt er. "Ich habe immer geglaubt, dass das Haus mit Konzertveranstaltungen Geld verdienen kann. Es hat funktioniert und es funktioniert heute noch gemeinsam mit vielen anderen Ehrenamtlern des Kulturforum-Vereins."
Bad Saarow