Als einziger Preisträger hat der Verein Jugendhilfe und Sozialarbeit (Jusev) aus Fürstenwalde den Jugendförderpreis „Vielfalt leben in Europa“ erhalten. Der von der Ingeborg und Eberhard Beckherrn Stiftung ausgeschriebene Preis wurde für die „gelungene Dokumentation des Internationalen VeloMarathons“ im vergangenen Jahr verliehen.
„Aufgrund der aktuellen Situation haben wir durch eine E-Mail der Comundialis-Stiftung davon erfahren“, sagt Klaus Waiditschka, Fachbereichsleiter für außerschulische Jugendbildung und internationale Zusammenarbeit bei Jusev. Die Comundialis-Stiftung sei für die organisatorische Abwicklung der Ausschreibung zuständig. Zudem wird der Wettbewerb durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk gefördert.

Preis für inklusive internationale Tandem-Fahrradtour

„Neben einer Urkunde gab es auch ein Preisgeld von 500 Euro sowie das Angebot einer Schulung zur Öffentlichkeitsarbeit“, berichtet Waiditschka. „Das Preisgeld werden wir für weitere internationale und inklusive Projekte einsetzen.“ Wie zum Beispiel das für 2021 geplante Projekt „Barrieredetektive“. Einige Grundlagen dafür habe man bereits bei dem nun ausgezeichneten VeloMarathon im vergangenen Jahr gelegt, so der Fachbereichsleiter. Vom 27. August 2019 bis 19. September 2019 waren 20 junge Menschen, davon die Hälfte entweder blind oder stark sehbehindert, auf Tandem-Fahrrädern mehr als 1000 Kilometer von der Ukraine durch Polen bis nach Berlin geradelt. „Mit der Fahrradtour setzte JuSeV ein Beispiel für Inklusion in der internationalen Jugendarbeit und sensibilisierte für eine barrierefreie gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen“, heißt es in einer Mitteilung zur Preisverleihung.

Neues Projekt soll Barrieren für Menschen mit Einschränkungen aufzeigen

„Das neue Projekt geht aus dem Velomarathon hervor“, erklärt Waiditschka. 2021 wolle man junge Menschen in Deutschland, den Niederlanden, Bosnien-Herzegowina und Montenegro zu „Barrieredetektiven“ ausbilden. Diese machten sich auf die Suche in ihren Heimatorten nach Barrieren für Menschen mit körperlichen und motorischen Einschränkungen an öffentlichen Plätzen oder bei öffentlichen Dienstleistungen. „Ziel ist es, dass sie mit den jeweils Verantwortlichen ins Gespräch kommen und auf eine Beseitigung der Barrieren hinwirken“, erklärt Klaus Waiditschka. Um Betroffene im Projekt dabei zu haben, arbeite man mit Behinderten-Selbsthilfegruppen zusammen. Wenn Corona es erlaubt, wolle man im Mai mit dem Projekt starten.
„So etwas Großes wie den Velomarathon planen wir gerade nicht“, fügt Waiditschka noch hinzu. Aber für 2024, wenn die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris stattfinden sollen, habe eine französische Organisation schon angefragt, ob man eine Tour von Warschau über Berlin nach Paris organisieren wolle.