Bretschneider schöpft seinen Optimismus aus der Tatsache, dass seit einem Jahr die Politik aus den Flughafen-Gremien „völlig raus“ und mehr Fachleute drin seien. Zu der neuerlichen Hiobsbotschaft, dass Kabelschächte unter Wasser stünden, erklärte er: „Hier handelt es sich um einen Baufehler an der Südbahn aus 2012. Das war lange bekannt, aber kein akuter Sicherheitsmangel. Im Streit um Schadensersatzansprüche sei die Reparatur immer wieder verschoben worden. Jetzt hat der Geschäftsführer entschieden: Das wird jetzt gemacht“, erklärte Bretschneider.
Die Fehler, die beim Bau passiert seien, ließen sich nicht auf Einzelne reduzieren, deshalb sei es vor der Gerichtsbarkeit nicht gelungen, Verantwortliche zu verklagen. Von der Idee, den Flughafen abzureißen und neu zu bauen, hält Bretschneider nichts: „Wir müssten Milliarden Schulden abbezahlen und hätten immer noch keinen Flugplatz.“ Inzwischen gebe es mehrere Anfragen von internationalen Firmen, die einen Teil des BER kaufen wollten. „Dafür müssen wir die Braut erst schick machen. Aber die Mehrheit der Anteile muss in öffentlicher Hand bleiben“, so der 69-Jährige.
Einige der rund 50 Besucher der Veranstaltung wollten aber auch wissen, wie der BER ins Brandenburger Land ausstrahlen werde. „Die Strahlwirkung wird weit nach außen gehen“, sagte Bretschneider, ohne konkret zu werden. Investoren fragten immer wieder nach dem BER, hier sollten auch die Kommunen ansetzen.
Mehrere kritische Nachfragen, unter anderem von Barbara Hink vom Storkower Mittelstandsverein, und Axel Walter, Geschäftsführer der Saarower Kur GmbH, befassten sich mit der Anbindung zum Flughafen in Richtung Osten. Autobahn und Bahn seien für die zu erwartenden Pendlerströme nicht ausgelegt. Bretschneider stellte klar, dass die Flughafengesellschaft nicht zuständig sei für die Infrastruktur. Und er behauptete: „Es gibt keinen Flughafen in Deutschland, der so gut an die Bahn angebunden ist und sogar einen eigenen Bahnhof hat wie der BER.“
Auch wenn der Aufsichtsratsvorsitzende die Skepsis zum BER nicht ausräumen konnte, bleibt der Wunsch, den Peter Kaufmann zum Schluss aussprach: „Ich hoffe, es wird so wie bei der Hamburger Elbphilharmonie:  Seit sie nach den vielen Pannen eröffnet wurde, freuen sich nur noch alle über sie.“