Erst war es nur eine Idee. Dann wurde es ein Traum, der Marianne Gerwin, Geschäftsführerin der Duktil Guss Fürstenwalde GmbH, keine Ruhe mehr ließ. Jetzt ist die Kita "Heinzelmann" Realität - ein eingeschossiger Neubau, mit raumhohen Fenstern, durch die Tageslicht in alle Zimmer fällt. "Wir reden heute über Fachkräftemangel. Da müssen wir anders denken und sozialer handeln", sagt Marianne Gerwin. "Für eine Gießerei haben wir bei Duktil verhältnismäßig viele Frauen unter den Mitarbeitern. Das sind wichtige Fachkräfte."
Und weil viele dieser Fachkräfte auch gleichzeitig Mütter sind, kam Marianne Gerwin vor etwa zwei Jahren auf die Idee, eine Duktil-Betriebs-Kita zu gründen. "Die Eltern sollen tagsüber den Kopf frei haben und wissen, dass ihre Kinder gut betreut sind. Die sind schließlich unsere Zukunft." Am 1. Oktober hat die Kita "Heinzelmann" den Betrieb aufgenommen. Sieben kleine Mädchen und Jungen spielen, schlafen, toben und lernen bereits hier.
Wenn der einjährige Alex beim Bad im bunten Ball-Becken aus dem Fenster schaut, sieht er das Gebäude, in dem seine Eltern arbeiten. "Wir erklären den Kindern, dass dort drüben ihre Mütter und Väter sind, also gar nicht weit weg", sagt Angela Abel. Die 48-jährige staatlich anerkannte Erzieherin hat die Leitung der Einrichtung übernommen. Für den Job, aber auch wegen der Liebe ist sie erst im Sommer aus der Prignitz nach Fürstenwalde gezogen. Von Anfang an war Angela Abel in die Planung der Räumlichkeiten und des Kita-Konzeptes einbezogen. "Das ist toll, wenn das dann auch so klappt", sagt sie. "Aber es ist auch alles noch im Kommen. Ganz fertig sind wir noch nicht."
Gemeinsam mit dem Architekten Andre Eichelbaum hat sich Angela Abel für warme Farben an den Wänden entschieden, es gibt einen Spiel- und Forscherraum, das Tobezimmer mit dem beliebten Ball-Bad, einen stillen Schlaf- und einen gemütlichen Snoozle-Raum, dazu das "Kinderrestaurant", in dem gemeinsam gegessen wird, und draußen einen Spielplatz mit Matsch-Station und Rollerbahn.
"Zurzeit haben wir von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet", sagt Angela Abel. In Zukunft, wenn weitere Kinder betreut werden und deren Eltern morgens noch früher zur Arbeit gehen, wollen die Kita-Leiterin und ihre drei Kolleginnen bereits ab 5.30 Uhr zur Verfügung stehen. "Das spielt sich jetzt noch ein. Wir lernen uns auch untereinander erst richtig kennen."
Was von Anfang an klar war: Die Eltern sollen bei der Tagesgestaltung mitreden können und sich aktiv einbringen. "Unser gemeinsames Ziel ist es zum Beispiel, dass alle Kinder bis zum Schuleintritt richtig schwimmen lernen", sagt Angela Abel. Und auch wenn die Kita "Heinzelmann" mit ihrem Standort an der Saarower Chaussee ein wenig abseits gelegen ist, in der Stadt, im Tierpark, in der Bibliothek will sich die Gruppe trotzdem regelmäßig umsehen.
In den kommenden Wochen werden noch sieben weitere Kinder eingewöhnt. Für bis zu 25 Mädchen und Jungen ist Platz in der Einrichtung. "Es gibt auch schon Anfragen von anderen Familien. Deren Kinder nehmen wir gerne auf. Aber Vorrang haben immer unsere eigenen Mitarbeiter", sagt Duktil-Chefin Marianne Gerwin.