Seit Jahren wurde die Strecke immer mehr zu Schlaglochpiste. Der Landesbetrieb Straßenwesen entschied im Herbst erst eine kurzfristige Reparatur, es musste allerdings bis vor Weihnachten sogar die rechte Spur aus Sicherheitsgründen für den Verkehr gesperrt werden. Das Erneuern des geschädigten Betons im Autobahnbereich wurde ausgeschrieben. Gemeinhin spricht man vom Betonkrebs, der die Piste erfasst hat. Fachleute bezeichnen den Vorgang des Zersetzens als Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR). Beim Beton-Einbau vor 14 Jahren waren Zusatzstoffe eingebracht worden, die chemische Reaktionen auslösen, den Beton regelrecht auseinander drücken. Das sieht man erst an Rissen, dann an Abplatzungen und Löchern. Auch lange Winter, der Einsatz von Streusalz und der horrende Schwerlasttransport durch die LKW tun ihr übriges dazu, erklärte Uwe Glöckner, Sachgebietsleiter des Landesbetriebs Straßenwesen beim Treffen und fügt an, gegen AKR helfe nur der komplette Austausch des Deckenbetons. "Leider ist die Firma von damals nicht mehr haftbar, denn das Problem trat erst nach Ende der Gewährleistung auf", fügt Sachbearbeiterin Jutta Gest an.
Um die Fahrbahn zu erneuern, läuft der Verkehr seit Mai nun auf der Gegenspur. Zwei verengte Spuren rollen in Richtung Polen und zwei nach Berlin. Dazu warnen blinkende Stau-Schilder schon in Höhe der Anschlussstellen Müllrose und Fürstenwalde-Ost vor der Baustelle, außerdem kontrolliert die Polizei regelmäßig das Tempo 60 im Baustellenbereich - in Höhe des Parkplatzes Kersdorfer See.
Die Bauleute der Firma Berger Bau und deren Subunternehme arbeiten sich derzeit auf den 2,6 Kilometern von Berkenbrück nach Briesen zurück. Der gesamte alte Beton auf beiden Fahrspuren und Standstreifen - 11,50 Meter breit - wurde aufgebrochen und entsorgt, auch die Tragschicht darunter. "Das Material ist belastet, darf nicht woanders eingebaut werden", betont Gest. Derzeit wird die neue Tragschicht aus Naturstein eingebracht - mit Nachweis, AKR-frei zu sein. Bagger verteilen das Material, der sogenannte Gräder bringt per GPS die Schichten genau auf. Mit Walzen wird alles verdichtet. An Rand sind zudem neue Kabeltrassen und Entwässerungsleitungen im Boden, Mitte August bringt ein Beton-Fertiger die neue Fahrbahndecke auf. Dann folgen noch Arbeiten an Fugen, Banketten, der Anschluss an den derzeit nicht erreichbaren Rastplatz "Berliner Urstromtal" sowie Fahrbahn-Markierungen und das Aufstellen von Schildern und Schutzplanken. Bis Ende Oktober soll die Maßnahme - Kosten: rund 3,7 Millionen Euro - fertig sein. "Wir liegen gut im Plan", so Glöckner. Im Frühjahr wird ab der Anschlussstelle Briesen auf zwei Kilometern der Beton ebenfalls erneuert.