Die Abiturprüfung in der extra angemieteten Edis-Halle sei etwas seltsam gewesen, berichtet Brandt. "Man kam sich fast vor wie in einem japanischen Zeichentrickfilm", beschreibt er die etwas andere Prüfungssituation. Doch als stressiger habe er es dadurch nicht empfunden. Brandt hat seine schriftlichen Prüfungen in den Fächern Mathematik, Deutsch und Kunst abgelegt. "Besonders Mathe war angenehmer als in den vergangenen Jahren", sagt er. Er hatte die alten Prüfungen zur Übung durchgerechnet.

Zeugnisübergabe im Dom

Auch der Schulleiter des Bernhardinums, Markus Mollitor, zeigt sich trotz der Herausforderungen durch Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen zufrieden mit dem Ablauf des diesjährigen Abiturs. "Wir haben einen sehr disziplinierten Jahrgang", sagt er. "Das lief alles gut ab." Besonders die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung bei der Organisation der Halle habe gut funktioniert. Bislang gebe es unter den Absolventen keinen mit einem Notendurchschnitt von 1,0, sagt Mollitor. Doch der Jahrgang sei ein sehr starker, und einige Schüler könnten mit Nachprüfungen noch auf die Bestnote kommen.
Emil Brandt wird wahrscheinlich keine Nachprüfung ablegen.
"Mir fehlen noch zwei Gesamtpunkte zur nächsten Note", sagt der 17-Jährige, der seit der 1. Klasse das Bernhardinum besucht. Für Brandt ist die Abschlussnote aber nicht so wichtig. Er möchte Modedesign studieren, in Berlin oder auch im Ausland, und immerhin hat er seine mündliche Prüfung im Fach Religion mit 15 Punkten bestanden.
Am Fürstenwalder Geschwister-Scholl-Gymnasium ist der schriftliche Teil der Abiturprüfung ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. "Es hat gut geklappt", sagt Schulleiterin Sabine Jentzsch. "Die Schüler haben sich alle an die Regeln gehalten." Eine feierliche Zeugnisübergabe ist für den 20. Juni geplant. "Die schönen Dinge des Abschlussjahres sind für die Schüler ja weggefallen", erklärt Jentzsch.
Die Schulleiterin und ihr Kollegium betreiben die Vorbereitungen für die Feier, die unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen stattfinden soll, mit großem Aufwand "Wir wollen die Schüler würdevoll verabschieden", betont Jentzsch. Zudem wolle sie den Schülern die Gelegenheit bieten, sich schick anzuziehen. Ein großes Abi-Foto werde es nicht geben. "Mit Maske macht das auch keinen Sinn", sagt Jentzsch.

Kein 1,0-Abschluss

Am Docemus-Campus in Neu Zittau ist die Zeugnisausgabe für den 23. Juni geplant. Dort haben 20 Schüler die Abschlussprüfungen angetreten, wie Sarah Scherf, Sprecherin der Docemus-Schule, erklärt. Wie viele von ihnen das Abitur bestanden haben, könne sie noch nicht sagen. Soweit seien sie noch nicht. Ein 1,0-Abschluss sei jedoch nicht zu erwarten. Ob es einen Abi-Ball oder ähnliches geben wird, ist noch unklar. Die Feier wird von den Schülern selbst organisiert.
Das Docemus-Gymnasium in Grünheide zählt diesmal 49 angehende Abiturienten, die alle zu den Prüfungen zugelassen wurden. Ein Schüler hat laut Docemus-Sprecherin Franziska Sommerfeld die realistische Aussicht auf einen Abschluss mit dem Durchschnitt 1,0. Der momentane Jahrgangs-Durchschnitt liegt bei 2,2. Mündliche Zusatzprüfungen und eventuellen Nachprüfungen finden in zwei Wochen statt. Am 20. Juni steht dann die Zeugnisausgabe in mehreren kleinen Gruppen an.