Bislang ist sie dort nicht vertreten. Was der Kreis mit der Einrichtung in Nord vorhat, wurde diese Woche im Bildungsausschuss des Kreistages in Beeskow vorgestellt. "Aus unserer Sicht ist eine Erweiterung und ein Umbau notwendig", sagte die zuständige Dezernentin der Kreisverwaltung, Angelika Zarling. Dabei zog sie auch einen Vergleich mit der Spree-Oberschule in Süd, für die zurzeit an der Beeskower Chaussee ein Neubau entsteht. "Eine konkurrenzfähige Schule ist auch in Nord nötig", erläuterte sie.
Mehrere Maßnahmen sind an der Gagarinschule geplant. Insgesamt sollen knapp sieben Millionen Euro investiert werden. Der vom Kreis beauftragte Architekt Fred Jasinski stellte dem Ausschuss die Details vor. Augenfälligste Neuerung wird demnach ein zur Juri-Gagarin-Straße hin gelegener Anbau, von Jasinski grafisch dargestellt mit einer markanten knallroten Außenfassade. In dem eingeschossigen Bau soll sich künftig der Haupteingang der Schule befinden, außerdem entstehen ein Mehrzweckraum, eine Pausenhalle und ein zusätzlicher Unterrichtsraum. Mit 4,5 Millionen Euro kalkuliert der Landkreis für den Neubau, hinzu kommen noch einmal 800 000 Euro für die Innenausstattung.
Das Fehlen eines Mehrzweckraumes oder einer Aula hat die Kreisverwaltung bisher als Defizit an der Juri-Gagarin-Oberschule ausgemacht – es gilt aber nicht als einziges Manko. "Es gibt dort auch zu wenig Unterrichtsräume und zu wenig Fachräume für Naturwissenschaften", schilderte Zarling. Der Unterricht im Fach WAT sei sogar nur in der benachbarten Sigmund-Jähn-Grundschule möglich. Verbessert werden soll diese Situation durch eine "Nutzungsoptimierung" in Form einer Neusortierung der Räume, wie Architekt Jasinski darlegte. Gleichzeitig werde es dadurch künftig mehr Platz für Pausenzonen geben. Für diese Maßnahmen und eine Innensanierung plant der Landkreis mit 1,6 Millionen Euro. Das Geld soll in mehreren Jahresscheiben in den Haushalt eingestellt werden.
Die Planung aller Maßnahmen soll im nächsten Jahr abgeschlossen werden, die Umsetzung ist für das Jahr 2021 angedacht. Als es zur Abstimmung kam, ob der Ausschuss die Aufnahme der Juri-Gagarin-Schule in die Prioritätenliste befürwortet, war das Gremium indes nicht mehr beschlussfähig. Angesichts fortgeschrittener Zeit hatten mehrere Ausschussmitglieder die Sitzung bereits verlassen. Diejenigen, die noch da waren, signalisierten Zustimmung.
Beim neuen Schulzentrum in Süd, wo der Bau des Oberschul-Bereiches voranschreitet, müssen der Landkreis und die Stadt Fürstenwalde unterdessen noch Probleme lösen. Hintergrund ist eine erhebliche Kostensteigerung für die dort geplante neue Grundschule. Laut einer aktualisierten Kalkulation kostet sie 12,5 Millionen Euro, statt 7 Millionen Euro, wie zunächst berechnet. Hintergrund ist, dass zusätzlich auch ein Hort und eine Sporthalle errichtet werden müssen, wie die Kreisverwaltung im Ausschuss erläuterte.
Verlust von Fördermitteln droht
Über die Finanzierung des Differenzbetrages  – Grundschulen sind normalerweise Sache der Stadt – gab es ebenfalls diese Woche ein Gespräch zwischen Finanzdezernent Michael Buhrke und Bürgermeister Matthias Rudolph – über Ergebnisse wurde nichts bekannt. Der Kreis steht in der Angelegenheit unter Druck: Platzt der Bau der Grundschule mangels finanzieller Einigung, müssten acht Millionen Euro Fördermittel zurückgezahlt werden. Sie flossen für das Schulzentrum in Süd nur unter der Bedingung, dass dort Unterricht von der 1. bis zur 10. Klasse stattfindet.