Warum es gerade in Lockdown-Zeiten wichtig ist, weiter Blut zu spenden, worauf es dabei zu achten gilt und wie Covid-19-Genesene mit ihrem Plasma zur Forschung beitragen können, hat Kerstin Schweiger, Pressesprecherin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost erklärt.

Frau Schweiger, haben sich die Spendeauflagen seit der letzten Lockdown-Verschärfung verändert?

Eigentlich nicht. Das Blutspendewesen gilt als systemrelevant, ist vom Versammlungsverbot ausgenommen. Wichtig ist, die Terminbestätigung auf Nachfrage nachweisen zu können. Und wir bieten jetzt medizinische Masken an, wenn jemand keine eigene hat.

Wie ist die aktuelle Situation in LOS, MOL und FFO?

Die Versorgungslage mit Blutpräparaten dort und in Brandenburg ist stabil, aber stabil auf niedrigem Niveau. Dass kann sich schnell ändern, je nach Entwicklung des Infektionsgeschehen. Es ist wichtig, kontinuierlich alle Terminfenster auszuschöpfen.

Sammeln Sie gezielt Blutspenden von Covid-19-Genesenen?

Es gibt ein spezielles Verfahren im Rahmen einer Studie des RKI zu Plasma von Genesenen. Aber dieses nur an festen Standorten des DRK und nicht im Rahmen normaler Spendetermine. Über unsere Hotline kann man feste Termine machen. Mehr Infos zur gezielten Plasmaspende unter www.blutspende-nordost.de/rkp

Wie sieht hierbei für homosexuelle Männer aus? Gibt es eine Ausnahme des Spendeverbots?

Das können wir nicht entscheiden als Blutspendedienste. Das liegt an den Richtlinien zur Gewinnung von Blut, für die Bundesärztekammer und Paul-Ehrlich-Institut verantwortlich sind.
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