Wie sollen die Lieblingsplätze am Scharmützelsee aussehen? Am Donnerstagabend beteiligten sich im Bad Saarower Bahnhofshotel "Die Bühne" rund 100 Bürger an einem Forum, oder besser gesagt, an einer "Spinnstunde". Sie wurde durchgeführt von der der österreichischen Agentur Saint Elmo’s mit Hauptsitz in München.
Die Gemeinde hatte die Agentur beauftragt, ein  Konzept zu entwickeln, um neun ausgewählte Plätze am Ufer des Scharmützelsee in Bad Saarow anziehender zu machen: den Cecilienpark, den Markgrafenplatz, den Platz am Stein, den Kurpark, die Uferstraße, den Fontanepark, den Kleistpark, den Regattaplatz und den Lustgarten.
Emotionen statt Souvenirs
Im sympathischen Wiener Dialekt erklärte Designerin und Erlebnisplanerin Renate Bauer, worum es geht: "Plätze, Wege und Orte für Menschen zugänglich machen, Begehrlichkeiten entwickeln und Geschichten erzählen, die einer gewissen Dramaturgie folgen." Nicht Souvenirs, sondern Emotionen seien das Wertvollste, was Einheimische und Gäste, die Wertschöpfung in den Ort brächten, von einem besonders schönen Platz mitnehmen könnten. Die Expertin empfahl, mit den Ideen besonders auch die Jugend anzusprechen. "Das sind die Gäste der Zukunft." Im Salzburger Land in Österreich gebe es zahlreiche Orte, in denen es früher boomte, aber heute Hotels leer stünden, weil man nicht an die Jugend gedacht und sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht habe.
"Wir sehen Bad Saarow als einen Ort, der schick und edel ist, ein Ort der Entschleunigung. Aber wir haben den Blick von außen, wir nehmen die Nutzerperspektive ein. Aber Sie kennen ihren Ort am besten", ermunterte Renate Bauer, in Arbeitsgruppen verschiedene Fragen zu beantworten. Die Besucher ließen sich nicht lange bitten und umringten in vier Gruppen die Flipcharts, auf denen Stichpunkte zu fünf Fragen notiert wurden: Warum gibt es Bad Saarow? Was ist typisch für Bad Saarow? Was soll keinesfalls an den Plätzen entstehen? Was soll an den Plätzen getan werden? Welche drei Dinge sollen an den Plätzen entstehen, wenn sie zaubern könnten?
Aus all den in rund zwei Stunden zusammengetragenen Ideen werden die Planer ein Konzept entwickeln. Zusammengefasst wünschen sich die Saarower folgendes für ihre Lieblingsplätze: Sie sollen naturbelassen bleiben, auf keinen Fall sollen Bäume fallen oder Versiegelungen stattfinden, die Sichtachsen auf den See und der Zugang zu ihm dürfen nicht verloren gehen. Alle sind gegen Eventplätze, die Massen anziehen. Vorgeschlagen wurde auch: "Kein W-Lan auf den Lieblingsplätzen" und "Kein Motorbootrennen vor den Lieblingsplätzen".
90 Prozent Fördermittel
An Investitionen sind Liegebänke, Hängematten, überdachte Plätze, Feuerstellen und Grillplätze, Schachspiele, Seebalkone oder Plattformen im Wasser, Blumenwiesen, das Erleben von Moor und Sole, Wasserspielplätze und Fitnessgeräte für Jung und Alt denkbar. Anfang nächsten Jahres soll das Konzept fertig sein und an den Fördermittelgeber ILB eingereicht werden. Bürgermeister Axel Hylla hofft, dass Bad Saarow in dem Programm "Ausbau wirtschaftsnaher Infrastruktur", das Ende 2020 ausläuft, berücksichtigt wird. "Dann werden wir zu 90 Prozent gefördert", so Hylla.