Sylvelin Brinkmann-Eisenberg (62, Freie Wählergemeinschaft Scharmützelsee), Amtsinhaberin Anke Hirschmann (77, Demokratie direkt), Axel Hylla (44,  Linke), Christian Schroeder (30, CDU), haben auf dem Podium Platz genommen, um sich den Fragen von MOZ-Redakteur Bernhard Schwiete, BB-Radio-Moderator Frank Philipp und den Gästen zu stellen.
Bad Saarow wächst und knackt bald die 6000-Einwohner-Marke. Der Kurort liegt malerisch am Scharmützelsee. 376 000 Übernachtungen wurden 2018 in den rund 2500 Hotelbetten registriert. Ein Traumjob, dieses Bürgermeisteramt? Nicht ganz. Zugeparkte Straßen, ein wegen endloser Debatten fast geplatzter Investoren-Plan für ein Gesundheitshotel, unzureichende Busverbindungen, ein seit Jahren nicht finanzierbarer Grundschulneubau  und aufreibende Ausschusssitzungen sind Probleme.
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"Warum wollen Sie sich das für 820 Euro Aufwandsentschädigung im Monat antun", erkundigt sich Schwiete. "Weil es Spaß macht, den Ort mitzugestalten", sagt Sylvelin Brinkmann-Eisenberg. "Bürgernahe Öffentlichkeitsarbeit" und das Tourismusmanagement als Wirtschaftskraft zu entwickeln sind Aufgaben, die sie als erstes angehen will.
"Die 820 Euro können Sie stecken lassen", stellt Anke Hirschmann klar. Ein "zweites Parkhaus neben dem ersten" errichten zu lassen, ist ein Vorhaben, das sie anpacken will. "Außerdem möchte ich, dass wir unsere Grundschule bekommen", bekräftigt die Bürgermeisterin.
Kurtaxe besser abschöpfen
Christian Schroeder setzt ein Stück früher an. Als "100-Tage-Ziel" nennt er, die Geschäftsordnung der Gemeindevertretung zu überarbeiten. "Wir kommen nicht vorwärts, wenn immer alles zerredet wird", begründet er.
Und Axel Hylla will die finanzielle Situation der Gemeinde verbessern. "Wir müssen einen Spielraum haben, um Bad Saarow aktiv zu gestalten, in Infrastruktur und Tourismus investieren zu können", sagt er. Zudem will er Vereine bezuschussen.
"Wie wollen Sie die Gemeindefinanzen konsolidieren", hakt Wilfried Grabow aus dem Publikum nach. Er wolle die "Beherbergungsindustrie" daran beteiligen, sagt der Linke. "Leider wird die Kurtaxe nicht von jedem abgeführt". Die elektronische Kurkarte könne dabei helfen. Zudem, so Hylla, wolle er mit Firmen reden, die in Bad Saarow sitzen, dort aber nicht Gewerbesteuer abführen.
Andreas Müller, selbst bei den Freien Wählern aktiv, will wissen, wie die Zusammenarbeit der Gemeindevertretung mit Amt, Kur GmbH, Hoteliers und Gewerbetreibenden verbessert werden könne. Kooperationen mit Nachbargemeinden, nennt Brinkmann-Eisenberg als Möglichkeit, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und sich Arbeit zu teilen. Man dürfe die Gemeindevertreter nicht mit Schadenersatzdrohungen konfrontieren, wenn sie den Haushalt nicht beschließen wollen, merkt Hylla mit Blick auf Hirschmann an. Es gehe nicht, dass im Bauausschuss etwas befürwortet und später in der Gemeindevertretung zerredet werde, sagt Schroeder. Die Gemeindevertreter müssten Schulungen bekommen, stimmt Hirschmann zu.
Fragen gibt es noch viele. "Wie wird Bad Saarow in der Zukunft aussehen", erkundigt sich der zehnjährige Oskar Wilke. Alles kann in knapp zwei Stunden nicht beantwortet werden. "Es haben sich zwei Kandidaten herausgeprägt, die ich interessant finde", sagt eine Frau. Wen sie wähle, habe aber schon vorher festgestanden. Die Wahl ist am 26. Mai.