In Fürstenwalde hat Denny Kaiser zu diesem Zweck ein Projekt ins Leben gerufen – die Corona-Einkaufshilfe-Fürstenwalde. Das Ziel sei es, den Risikogruppen zu helfen, erklärt Kaiser seine Motivation. Im Radio habe er von einer ähnlichen Aktion im Havelland gehört. "Ich habe mir gesagt, das brauchen wir in Fürstenwalde auch." Zwölf Helfer haben sich bislang bei ihm gemeldet. Sie übernehmen die Einkäufe für Menschen, die nicht mehr selbst hinauskönnen. In Fürstenwalde gebe es viele alte Mitbürger, die keine Verwandtschaft vor Ort hätten und auch jetzt noch selbst Einkaufen gehen müssten. "Das ist traurig", sagt Kaiser.

Projekt organisiert Einkäufe

Der 42-Jährige arbeitet derzeit als IT-Dienstleister. Für das Projekt sei er freigestellt, berichtet er. "Wir organisieren die kontaktlose Übergabe von Einkaufzettel und Geld an die Helfer", erklärt Kaiser das Prinzip.
Die Kunden hinterlassen die Telefonnummer, falls die Helfer beim Einkauf Rückfragen haben. Im Anschluss werden die Waren dann ebenfalls kontaktlos übergeben. Die Helfer selbst seien im Infektionsschutzgesetz unterwiesen. Sie verfügen über Desinfektionsmittel und tragen Handschuhe, um sich selbst zu schützen, wie Kaiser betont. Bis Montagmittag seien zwei Anfragen bei der Corona-Einkaufshilfe eingegangen. Inzwischen ist das Projekt auch mit der Stadt vernetzt. Nadine Gebauer aus der Stadtverwaltung erklärt, dass sie Anfragen, die über die Hotline der Stadt eingingen, an das Projekt weiterleiten.
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Die Fürstenwalder Stefanie und Daniel Behnke haben sich dazu entschlossen, in Krisenzeiten anderen ihre Hilfe anzubieten. "Sofern die Gesetzeslage es zulässt, könnten wir uns ums Post wegbringen, Gassigehen oder auch um die Einkäufe in Fürstenwalde und der näheren Umgebung kümmern", erklärten die beiden in einem Anbot, das sie unter anderem in sozialen Netzwerken verbreiteten.
Bislang habe sich noch niemand bei ihnen gemeldet, sagte Daniel Behnke am Montag. "Wir warten noch." Der Bedarf sei wohl derzeit noch nicht so groß, glaubt er. Der Vater von vier Kindern ist Geschäftsführer des Festzeltverleihs und Partyservice Ansgar Bank. In der aktuellen Situation hätten sie etwas Zeit gefunden, die sie gerne sinnvoll nutzen möchten. "Wenn sich jemand meldet, freuen wir uns zu helfen", betont Behnke.

Hilfsangebote selbst für Helfer

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Hans-Christian Karbe, freut sich über die Solidarität der Menschen. "Ich selbst helfe seit zehn Jahren einem älteren Ehepaar in Petersdorf", berichtet er. Er erledigt Einkäufe, hilft bei Papierkram, oder holt die Wäsche aus der Reinigung. "Das gewinnt jetzt natürlich an Bedeutung", ist Karbe sich sicher. Inzwischen gebe es viele Angebote von jungen Menschen, die helfen wollten. "Ich finde das gut", sagt er. Auch Karbe selbst sei als Mitte-60-Jähriger schon Hilfe beim Einkaufen angeboten worden.
Wer helfen möchte oder selbst Unterstützung braucht, kann sich unter der Telefonnummer 03361 7699891 melden.