Dennoch ist die Corona-Krise natürlich das beherrschende Thema in den Häusern. Umfangreiche Vorkehrungen werden getroffen, Regularien wurden zuletzt nach und nach strenger. Das Helios-Klinikum verhängte am Montagabend einen Besucher- und Begleitstopp, von dem es nur wenige Ausnahmen gibt. Nur Kinder unter 16 Jahren und Palliativpatienten dürfen einmal am Tag für eine Stunde von einer Person Besuch empfangen. Außerdem ist bei Geburten eine Begleitperson zugelassen. Bedingung: Der Besucher darf nicht an einer Atemwegsinfektion leiden und darf  nicht in einem Corona-Risikogebiet gewesen sein. "Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Patienten und unserer Mitarbeiter hat in der aktuellen Situation höchste Priorität. Letztendlich dienen all diese Maßnahmen nur dem Ziel, unserer Verantwortung als Gesundheitsversorger gerecht zu werden", sagt Klinikgeschäftsführerin Carmen Bier.
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In Rüdersdorf wird ganz ähnlich verfahren; bis auf Widerruf gilt ein Besuchsverbot, Geburten und Erziehungsberechtigte von Patienten auf der Kinderstation sind ausgenommen. Für den Besuch von Schwerstkranken sind nach Rücksprache mit dem Klinikpersonal ebenfalls Ausnahmen möglich. "Außerdem nehmen wir bei kleinen Kindern natürlich weiterhin auch ein Elternteil stationär mit auf", so Krankenhaussprecherin Lydia Stübler.
Isolierstationen eingerichtet
Für den Fall, dass Coronavirus-Infizierte stationär aufgenommen werden müssen, sehen sich die Häuser gerüstet. "Unser Klinikum verfügt über 42 Intensivbetten. Bei Bedarf sind wir in der Lage, 27 weitere Intensivbetten aufzustellen und personell auszustatten, sodass wir für den Ernstfall 69 Intensivbetten vorhalten", so Carmen Bier in Bad Saarow. Außerdem sei bereits eine Isolierstation mit 30 Betten eingerichtet. Die Kapazität könne bei Bedarf flexibel angepasst werden.
In Rüdersdorf gibt es auf der Intensivstation dauerhaft acht Betten mit Beatmungseinheiten. Nun seien weitere geschaffen worden. "Wir haben deutlich aufgestockt", sagt Sprecherin Lydia Stübler. Konkrete Zahlen will sie nicht nennen. Für Corona-Patienten, bei denen keine intensivmedizinische Behandlung notwendig ist, habe man Betten in Isolationsbereichen geschaffen.
Auch darüber hinaus werden Vorkehrungen getroffen. Das zeigt sich äußerlich darin, dass zum Beispiel am Tresen in Bad Saarow und in der Poliklinik in Rüdersdorf ein Spritzschutz aufgebaut wurde, dass Abstandsstreifen geklebt wurden und in Wartebereichen das Mobiliar aufgelockert ist. Aber auch hinter den Kulissen beschäftigen sich die Kliniken mit dem Fall einer Vielzahl von Corona-Patienten.
Helios zum Beispiel berichtet, dass Eingriffe an anderen Patienten verschoben werden, wenn nach medizinischer Einschätzung davon auszugehen ist, dass die Erkrankten in den kommenden zwei Monaten ohne diese Versorgung auskommen können. Eine Urlaubssperre für die Mitarbeiter gebe es bisher nicht, so Geschäftsführerin Carmen Bier. "Sollte die Lage ernster werden, dann könnte das eine Maßnahmen sein."