„Sie müssen sie unbedingt einmal vorstellen“, strahlte Renate Wels, in Steinhöfel die Außenstellenleiterin des Amtes Oder-Vorland, über das ganze Gesicht. „Pauline ist mit 14 Jahren die Jüngste unter den beim Neujahrsempfang ausgezeichneten Ehrenamtlern.“ Die Begründung liest sich gut: hilft bei allen festlichen Vorbereitungen, bei jedem Arbeitseinsatz, bei den Seniorenweihnachtsfeiern und besucht als „jugendliche Vertreterin“ die Ortsbeiratssitzungen.
Pauline besucht seit der ersten Klasse das Bernhardinum in Fürstenwald. „Wir sind wie eine große Familie dort“, lächelt sie. „Die Lehrer sind nett zu den Schülern. Es ist ein freundlicher Umgang von beiden Seiten.“ Ein Zeit lang war sie im Chor und fand das „echt toll“. Besonders gern erinnert sie sich an zwei große Auftritte im Dom und an eine einwöchige Chorfahrt. Zu Hause zeichnet Pauline gern Grundrisse von Wohnungen. Sie würde am liebsten Architektin werden, „aber da wird viel Mathe gebraucht“, bedauert sie. Die Gymnasiastin denkt stattdessen an einen Beruf im sozialen Bereich.
In die ehrenamtliche Arbeit in ihrem Heimatort ist Pauline durch ihre Eltern Kerstin Wolf und Remo Irmner hineingewachsen. „Beide haben immer im Dorf geholfen, Papa beim Auf- und Abbauen bei Festen und Mama seit drei Jahren mit Stephanie Wollburg, Bert Bäcker, Josephine Bußmann  und Michael Körner zusammen im Festkomitee“, erzählt sie. Jedes Jahr werden ein großes Dorffest und als kleine Events der Maitanz, das Herbstfest, das Eisbeinessen und die Seniorenfeier durchgeführt. „Wir haben Pauline schon immer mitgenommen“, ist der Mutter wichtig zu sagen, „und sie hat einfach so mitmacht.“ Der Neuntklässlerin bereitet das Helfen Spaß, auch weil sich die Menschen darüber freuen. „Gerade ältere Herrschaften sagen schnell mal: Das habt ihr wieder richtig schön gemacht“, hat Kerstin Wolf beobachtet.
Arbeitseinsätze fallen rund um das Gemeindehaus an. Es wird Straße gefegt, Erbsensuppe warmgemacht, Kaffee gekocht. „Ich staune immer wieder über die etwa 15 Helfer, die kommen“, sagt Kerstin Wolf zufrieden; „es geht bei der Arbeit immer lustig zu“, fügt die Tochter schmunzelnd an. Pauline ist evangelisch getauft und geht auch zu Arbeitseinsätzen auf dem Friedhof. Von ganz klein an wirkt sie beim Krippenspiel mit – „unter der Leitung von Cornelia Felker jedes Jahr mit einer anderen Fassung der Geschichte“, erzählt sie.
Als Pauline von der Ortsvorsteherin Stephanie Wollburg gefragt wurde, ob sie nicht als Vertreterin der Kinder und Jugendlichen die Ortsbeiratssitzungen besuchen wolle, habe sie gleich zugesagt. „Es sind einige Kinder hergezogen. Sie sollen nicht allein bleiben müssen, sondern zusammen etwas unternehmen können.“ Zu ihren Ideen, die sie mit der Mutter berät und an den Ortsbeirat herantragen will, gehören Osterbasteln, Plätzchenbacken und Halloween Feiern.