Carola Petzold und Christian Pietà wurden beim Neujahrsempfang der Gemeinde Bad Saarow ausgezeichnet
Das Ehrenbuch der Gemeinde Bad Saarow ist beim Neujahrsempfang am Mittwochabend in Neu Golm um zwei Namen erweitert worden. Im Mittelpunkt stand aber auch die Jugendfeuerwehr des Ortsteils. Für sie wurde Geld gesammelt. Exakt 2104 Euro kamen zusammen.
Die Stars des Abends im Feuerwehrgerätehaus von Neu Golm zeigten Bescheidenheit. Kaum hatten Carola Petzold und Christian Pietà ihre Urkunden für den Eintrag ins Ehrenbuch der Gemeinde Bad Saarow in Händen, gaben sie das Lob in ihren Dankesworten an ihre Mitstreiter weiter. Gleichzeitig nutzten sie aber auch die Gelegenheit, auf das Wirken ihrer Initiativen hinzuweisen. Carola Petzold verwies auf die regelmäßigen Vortragsabende des Freundeskreises der Bibliothek und Lesungen für Kinder und Jugendliche. Christian Pietà von der Initiative Jüdische Spuren in Bad Saarow erinnerte an die 280 Namen von Juden, die einst im Ort lebten und ermittelt wurden. "Das gehört auch zum Bewusstsein dieses Kurortes", sagte er. Seine Auszeichnung hatte Seltenheitswert: Pietà selbst ist gar nicht Bad Saarower, sondern lebt in Wendisch Rietz.
Zuvor hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Susann Rolle ihre Eröffnungsansprache zu einem Rück- und Ausblick genutzt. Sie erwähnte das Gütesiegel "Q-Stadt", das Bad Saarow als erst fünfte Kommune in Deutschland erhalten habe, den Ausbau des Radwegenetzes, die Eröffnung des Bahn-Haltepunktes am Klinikum, den Baubeginn am Scharwenka-Haus, die zahlreichen kulturellen Veranstaltungen, aber auch die "guten Ergebnisse" der drei gemeindeeigenen GmbH. Sie fand aber auch kritische Worte. "Für die Zukunft wünsche ich mir mehr Menschlichkeit und Fairness und bitte um Vertrauen in die Gemeindevertretung", sagte sie. Ziel für 2012 sei zudem, die Partnerschaft mit dem niedersächsischen Bad Münder wieder aufleben zu lassen.
Später drehte Susann Rolle mit einem Pokal der Feuerwehr als Spendendose die Runde. Gesammelt wurde für die Jugendfeuerwehr der Neu Golmer, die sich in der Vergangenheit immer wieder durch Erfolge bei Wettkämpfen hervorgetan hatte. 2104 Euro kamen schließlich zusammen, darunter Gaben des Neu Golmer Bombensuchgeräte-Herstellers Sensys, der Sparkasse Oder-Spree und der Raiffeisen-Volksbank Oder-Spree.
Ortswehrführer Klaus Schendel hat bereits Pläne, wie das Geld verwendet werden könnte. "Für eine Beamer-Anlage für Schulungen und vielleicht für ein Zeltlager. Nur mit dem Thema Brandschutz lockt man heute keinen Jugendlichen mehr", sagte er. Neu Golms Ortsvorsteher Gerhard Rutschke äußerte Stolz, dass der Neujahrsempfang bei der zehnten Auflage erstmals in seinem Ortsteil stattfand. "Das war aber auch fällig, damit die Gäste mal sehen, was unsere Feuerwehr leistet", sagte er.
Neben den zwei Ehrenbuch-Einträgen sollte auch der Direktor des Hotels Esplanade, Heinz Baumeister, ausgezeichnet werden - dafür, dass er dem damaligen NPD-Chef Udo Voigt den Zutritt zum Hotel verwehrt hatte. Darauf hatten sich die Gemeindevertreter verständigt; Baumeister war aber verhindert. "Wir wollen diesen Akt der Zivilcourage nun bei einem anderen Anlass würdigen", sagte Susann Rolle.
Ausgezeichnet: Carola Petzold (l.) und Christian Pietà durften sich ins Ehrenbuch eintragen. In der Mitte die stellvertretende Bürgermeisterin Susann Rolle. Foto: MOZ/Bernhard Schwiete