Zwölf Dörfer gehören heute zur Gemeinde Steinhöfel, zwölf Kirchen gab es einst. Ein Kalender zeigt sie alle. Entstanden ist er im Rahmen eines Schüler- und Jugendprojektes, das die Mitglieder des Förderkreises der Dorfkirche Steinhöfel auf die Beine gestellt haben.
Am Ende, als der Termin immer näher rückte, an dem der Kalender endlich gedruckt werden sollte, musste Jacqueline Zoller auf einige Stunden Schlaf verzichten. "Wir haben mehrmals bis ein Uhr nachts am Rechner gesessen und die Bilder hin- und hergeschoben", sagt die 17-jährige Schülerin, die an der Beruflichen Schule des Fürstenwalder Aus- und Weiterbildungszentrums (FAW) eine Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin macht. In einem Wettbewerb hatten Jacqueline Zollers Entwürfe für den Steinhöfeler Kirchenkalender am meisten überzeugt. Dass damit eine Menge Arbeit auf sie zukommen würde, hatte sich die Schülerin so nicht gedacht. Spaß gemacht hat es ihr trotzdem. Auf das Ergebnis ihrer Tag- und Nachtschichten ist sie stolz - und mit diesem Gefühl nicht allein.
Auch Eberhard Hoppe, Initiator des Kalender-Projektes und Mitglied im Förderkreis Dorfkirche Steinhöfel, freut sich über die 24 bunten Blätter - zwei je Kirche - auf denen die Bauwerke nicht nur zu sehen sind, sondern auch detailreich beschrieben werden. Hoppe sagt: "Wir wollen Denkmäler, Bau- und Kulturgeschichte erhalten und müssen dafür Menschen gewinnen." Möglichst jung sollten diese sein, aus der Region stammen und nicht nur einmalig involviert, sondern dauerhaft für ihre Heimat und deren Geschichte interessiert werden.
Knapp 30 junge Leute aus der Gemeinde Steinhöfel und Fürstenwalde konnten Eberhard Hoppe und die anderen Fördervereinsmitglieder schließlich dafür begeistern, sich an die Arbeit zu machen. "Unsere Aufgabe wird jetzt darin bestehen, dass wir weitere Projekte aufstellen", sagt Hoppe.
An der Beruflichen Schule in Trägerschaft des FAW stößt dieses Vorhaben auf Unterstützer wie Siegfried Gläsemann. Mit seinen Schülern hat der Lehrer am Layout gearbeitet und Geschichtsdaten recherchiert. "Es ist immer gut, wenn man im Unterricht Theorie und Praxis verbinden kann", sagt er. Für Jacqueline Zoller freut er sich zudem besonders. "Sie hat jetzt ein schönes Ergebnis, das sie nach der Ausbildung vorlegen und mit dem sie sich bewerben kann."
Die Fördervereinsmitglieder sind nach der erfolgreichen Kontaktaufnahme mit der Fürstenwalder Schule auch an die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) herangetreten. "Mit den Studenten der Fachrichtung mitteleuropäische und regionale Kulturgeschichte wollen wir uns auf die Suche nach historisch bedeutsamen Persönlichkeiten und Ereignissen aus der Region machen und die Ergebnisse dokumentieren", erklärt Eberhard Hoppe die weiteren Pläne.
Der Kalender, gedruckt wurde eine Auflage von 1000 Stück, wird jetzt in allen zwölf Ortschaften der Gemeinde zum Preis von zehn Euro verkauft. Das Geld kommt der geplanten Sanierung der Dorfkirche Steinhöfel zu Gute. Ein Teil des Erlöses bleibt aber auch für die anderen Gotteshäuser übrig. Nur die Behlendorfer Kirche wird davon nicht mehr profitieren. Sie schmückt zwar eines der Blätter, wurde aber bereits im Jahr 1967 abgerissen. Als die Nummer zwölf, ohne die ein Kalender für das ganze Jahr gescheitert wäre, bleibt sie trotzdem unvergessen.