Zum achten Mal gab es die Veranstaltung, entstanden einst unter der Regie von Bürgermeisterin Gerlinde Stobrawa, die mittlerweile ehrenamtlich das Scharwenka-Haus leitet. Sie fand den Zulauf enttäuschend, benannte aber auch Gründe dafür. "Wir haben seit dem letzten Jahr mehr als 400 neue Bad Saarower. Diese per Brief zum Treffen einzuladen, war dem Amt zu teuer." Daher habe es nur die Information in Schaukästen und Zeitungen gegeben. Daraufhin hatte sich aber keiner gemeldet, sodass Stobrawa etliche Einladungen persönlich in Briefkästen von Neubürgern in der Lindenstraße und im Wohngebiet Am Lärchengrund steckte. Und nur aus diesen Straßen kamen die Besucher, wenn auch längst nicht alle.
Den Neubürgern wurde von Stobrawa erst das Scharwenka-Haus mit seinem vielseitigen Programm vorgestellt. Natürlich erklang auch Musik aus dem Repo-Klavier. Dass hier gern weitere Mitstreiter willkommen sind, griff auch Bürgermeisterin Anke Hirschmann auf. Sie appellierte ans Gemeinwohl, berichtete aber auch über fehlenden Wohnraum, etliche Kulturevents und stimmte ein Loblied an, nicht nur auf das neue Zentrum, das Investoren mit Visionen entstehen lassen, sondern auch auf die gut laufende gemeindeeigene Therme. Für Fragen hatte Hirschmann dann aber keine Zeit mehr - sie musste noch zum Bauausschuss. Stattdessen empfahlt sie den Neubürgern ihre Sprechstunde.
Nach der Vorstellung des Kurort-Fördervereins durch Lutz Storr, kam dann Amtsdirektor Christian Riecke zu Wort. Geschickt lenkte ihn Stobrawa zu Themen wie schnelleres Internet, das bald kommen soll, aber auch den Ausbau der Straße nach Diensdorf, worauf man noch warte. Auch Gemeinderats-Mitglied Axel Hylla (Linke) berichtete über die Struktur des Amtsausschusses und dessen Focus auf Schule und Feuerwehren.
Anwohner aus der Lindenstraße forderten indes mehr Blitzer, da kaum jemand Tempo 30 fährt. Moniert wurden auch die vielen maroden Villen im Kurort. "Die sind in Privatbesitz, darauf haben wir keinen Einfluss", so Riecke. Johannes Steinfeldt, 2013 aus Schleswig-Holstein hergezogen, fragte nach der Verlängerung der Bahnstrecke. "Es gibt nur die Perspektive, dass hier mal ein Radweg nach Beeskow entsteht. Nicht geplant seien zudem eine Bushaltestelle im Lärchengrund, wonach Elvira Roß fragte. Dort wohnt die gebürtige Hoyerswerdaerin seit Oktober. "Nach Jahren in der Schweiz wollten wir den Kindern und Enkeln in Bad Freienwalde wieder näher sein", fügte ihr Mann an. Der wünschte sich mehr Schilder an Wegen. Auch der Rest der Gäste fand den Abend sehr interessant, einige wollen das Haus erneut besuchen und künftig mehr in die Schaukästen gucken.