"Ein Cajón ersetzt ein ganzes Schlagzeug", erklärt Workshopleiter Cherif Flöhr aus Hamburg. "Es gibt zwei markante Töne: Für den Bass schlägt man auf die Mitte der Kiste, für den höheren Snare-Ton, der an eine kleine Trommel erinnert, auf den oberen Teil, nahe der Kante." Flöhr spielt ein paar Takte vor und wie von selbst schließen sich die Kinder und Jugendlichem ihm an. "Nach wenigen Minuten hat man ein Erfolgserlebnis und das macht Lust auf mehr", sagt Cherif Flöhr. Er hat die Gruppe aus Sechst- und Neuntklässlern im Griff. Auf sein Kommando "Eins, zwei, drei und stopp" verstummt das Getrommel und gemeinsam wird ein neuer Rhythmus erarbeitet.
"Cajóns eignen sich wunderbar für die Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern. Es ist unglaublich, wie diszipliniert sie sind und wie schnell sie zur Ruhe kommen", sagt Sabine Krause, die als Sonderpädagogin an der Kästner-Schule tätig ist. Sie hat die Fördermittel beim Allianz-Kinderhilfsfonds Berlin/Brandenburg eingeworben, mit denen 30 Cajóns für die Schule gekauft und der Einstiegsworkshop finanziert werden konnten. Alle 30 Instrumente wurden bereits von den Schülern mit der Aufschrift "Erich-Kästner-Schule" und bunten Smileys verziert. "Wir wollen sie im Unterricht und in verschiedenen Projekten, beispielsweise in der Sprachförderung, einsetzen", sagt Sabine Krause. Zudem wird es eine Arbeitsgemeinschaft Cajón am heilpädagogischen Hort der Erich-Kästner-Schule geben. Die Idee dazu entwickelte Jan Ahlschläger (16), der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Einrichtung macht, während des Workshops