Es ist übersichtlicher geworden. Bei den Stichwahlen in Rauen und Spreenhagen müssen sich die Bürger nur noch zwischen jeweils zwei Kandidaten entscheiden. Alle Bewerber haben oder wollen noch kräftig für sich die Werbetrommel rühren.
Sven Sprunghofer, der in Rauen als Parteiloser kandidiert, wird noch etwa 800 Briefe an Haushalte verteilen. Obwohl er bereits beim ersten Wahlgang 100 Stimmen mehr als sein Kontrahent Marco Genschmar (SPD) hatte, wirbt er noch mal um die Stimmen aller Rauener. Solide Arbeit könnten die Menschen erwarten, sagte er, aber keine Wunder. Die angefangenen Projekte, wie zum Beispiel im Straßenbau oder das Errichten einer Druckerhöhungsstation, wolle er fortsetzen.
Auch Genschmar will heute und morgen noch mal Flyer verteilen. Er sei zuversichtlich, sagte er. Das Verfolgen von politischen Zielen sei aber nicht abhängig vom Amt, das man bekleidet. Nicht nur Gespräche mit Bürgern habe er geführt, sondern auch mit Gemeindevertretern über "mögliche Konstellationen". Als Bürgermeister würde er eine Mehrheit in der Gemeindevertretung haben, um Projekte wie den Ausbau der Ortsdurchfahrt oder den Radweg nach Fürstenwalde voranzubringen. "Wird Herr Sprunghofer gewählt, hat er keine Mehrheit im Gemeinderat." Es sei nicht in Ordnung, Koalitionsgespräche im Vorfeld zu führen, sagte dazu Sprunghofer. Er gehe davon aus, dass sich alle Gemeindevertreter für den gesamten Ort einsetzen und nicht nur für einzelne Interessengruppen.
In Spreenhagen haben sowohl Bernhard Baumann (SPD) als auch Wolfram Lehmann (Gemeinschaft freier Bürger) Flyer verteilt und noch mal verstärkt Gespräche mit den Bürgern gesucht. Diese machten ihn zuversichtlich, so Baumann, der beim letzten Wahlgang 160 Stimmen mehr erzielte als Lehmann. Zudem hat ihm Erhard Miethke, der es nicht in die Stichwahl schaffte, Unterstützung zugesagt. Lehmann wiederum zieht seinen Optimismus neben den Gesprächen auch aus seiner Wahl in den Kreistag. Eine wichtige Rolle wird bei beiden Wahlen ebenfalls die Beteiligung spielen. Sollten weniger als 25 Prozent der Wahlberechtigten teilnehmen, entscheidet der Gemeinderat.