Wenn Kaufland in Fürstenwalde Süd am Montagmorgen öffnet, wollen die Erzieherinnen der Kita Schmusebacke aus Fürstenwalde gleich die ersten sein, die durch die Tür gehen. Und das nicht mit leeren Taschen, sondern mit vollen Säcken. Denn sie wollen Geld verdienen für eine Kita und eine Grundschule in Sinzig, in die die Flutkatastrophe großes Leid gespült hat.

Kinder und Eltern sammeln Pfandflaschen

Also sammeln Kinder, Eltern, Nachbarn und Erzieher seit Mitte August Pfandflaschen. Die füllen auf dem Hof der Kita Schmusebacke in der Krausestraße in Fürstenwalde mittlerweile einen ganzen Container. Jeden Tag hängen volle Tüten und Taschen am Zaun. Die Mädchen und Jungen dürfen dann dabei helfen, die Flaschen in den großen Behälter zu werfen.
„Ich hatte auf Facebook gesehen, dass Grundschulen in Frankfurt Flaschen sammeln, habe die Aktion in unserer Teamsitzung vorgestellt und dort wurde beschlossen, dass wir mithelfen“, schildert Kerstin Krause, Inhaberin und Leiterin der Kita. Sie nahm Kontakt zu Sven van Dyk auf. Der ist der Obermeister des Maler- und Lackiererhandwerks Oderland. „Handwerk hilft – Kindern helfen Kindern“, ist der Titel der Aktion, die er betreut.

Spaten, Schulmappen, Lüftungsgeräte für Flutopfer

Er sei schon dreimal mit Hilfsgütern im Flutgebiet gewesen, sagt van Dyk. Das erste Mal, eine Woche nach der Katastrophe, hatte er Schippen, Spaten und andere Geräte im Gepäck. Die Dinge kamen in Sinzig zum Einsatz. „47 Schulranzen haben wir auch schon runtergebracht“, sagt der Obermeister, dies sei über die Aktion „Ein Herz für Kinder“ erfolgt. Und wenn der 45-Jährige am 24. September erneut nach Rheinland-Pfalz aufbricht, wird er Lüftungsgeräte dabei haben, dass die durchfeuchteten Häuser nicht anfangen zu schimmeln.

Kita Schmusebacke sammelt an drei Standorten

Doch zurück zu den Pfandflaschen. Sechs Grundschulen in Frankfurt (Oder) und die Fürstenwalder Kita sammeln mit. 600 Euro seien dabei bislang zusammengekommen, freut sich van Dyk. Geld aus Fürstenwalde ist in dieser Summe noch gar nicht enthalten. In der Spreestadt steht nicht nur ein großer Container in der Krausestraße, wo 72 Kinder in die Kita Schmusebacke gehen, sondern es gibt weitere Behältnisse an den beiden Schmusebacke-Gebäuden in der Gersdorfer Straße.
Kerstin Krause freut sich, dass alles so unkompliziert geklappt hat. Selbst der Containerdienst C.U.T. aus Fürstenwalde habe schnell und kostenlos einen 3,5 Kubikmeter-Behälter zur Verfügung gestellt. „Warum sollten wir nicht helfen?“, sagt Tobias Jurchen, der Assistent der dortigen Betriebsleitung. „Irgendwann braucht man bestimmt auch selbst mal Hilfe“, ergänzt er.
Sven van Dyk würde sich freuen, wenn weitere Kitas oder Schulen mitmachen möchten. Kontakt: 0175 5781137

Spendenkonto Hochwasserhilfe

Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021
Mehr zum Thema Brandenburg hilft Unwetter-Opfern finden Sie hier.