Improvisiert haben die Akteure allemal für die Neuansetzung. Das Bühnenbild, eigentlich doppelt so groß, wurde zusammen geschoben, einige Podeste noch angebaut. „Aller guten Dinge sind zwei“ bekannte der Schauspieldirektor und Regisseur André Nicke schon zur Begrüßung. Man hätte ja gern nochmal open-air gespielt, aber das erneut schlechte Wetter ließ es nicht zu. Hier nun im kleinen Raum aufzutreten, dieser Herausforderung stellen sich die Darsteller gern. „Auch ohne eigentliche Pyro-Show.“
Was dann folgte war gut zwei Stunden ein Songdrama über sechs gealterte Schauspieler. Ihr Theater wurde abgewickelt, zu einem Seniorenheim umgewandelt. Darin stehen sie nun unter der Knute von Schwester Susanne. Ist sie nicht im Raum, leben sie sich aus und spielten sich immer wieder die alten Lieder und berühmte Szenendialoge vor. Die Handlung wurde untermalt von Oldies und Evergreens wie „Buena Sera Signorina“, „I got you babe“ und „Forever young“. Auch der Bee Gees-Klassiker „Stayin’ alive“ erklang als Statement gegen das Altwerden,
Selbstironisch nahmen die Schauspieler ihre eigene Vergangenheit aufs Korn. Da flogen Gehstöcke und Zähne über die Bühne und sorgten viele herzhafte Gags unter der Gürtellinie für jede Menge Lacher. Gekonnt gelang auch der Wechsel zu den leisen Momenten. Einsamkeit, Krankheiten, Tod und Zusammenhalt – erreicht wurde mit „Ewig Jung“ gekonnt ein Hoch auf das Leben ganz unter dem Motto „I will survive“.
Das Publikum jubelte über jede Szene, jeden Song. Einige lachten sogar Tränen. „Phantastisch“ fand die Aufführung der Kreisstags-Chef Franz Berger aus Beeskow und ganz begeistert war vom Abend auch der Fürstenwalder Künstler Friedrich Stachat. Mit im ausverkauften Saal saßen aber auch sieben gymnasiale Oberschüler vom OSZ Palmnicken. Vor Beginn betrieben sie schon Marketing in eigener Sache. „Wir werben für unseren Sponsorenlauf am 27. September und geben vom eingenommenen Geld auch dem Kinderladen der Kufa etwas ab“, erzählte Maurice Passin aus Langewahl. Das gefiel Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler. Begeistert vom Stück war auch er. „Der Auftritt im Keller ist mehr als geglückt. So nah hätte man die tolle Mimik und Gestik open air gar nicht mitbekommen.“ Nach Rücksprache mit dem ubs-Team verkündete er am Ende stolz. „Die kommen damit nochmal her.“(co)