Um 13.30 Uhr haben sich am Mittwoch die beiden höchsten Vertreter der Stadt am Ottomar-Geschke-Platz getroffen. Aus Anlass des internationalen Holocaust-Gedenktags legten Stadtverordneten-Vorsteher Uwe Koch und Bürgermeister Matthias Rudolph einen Kranz nieder. Wegen der Pandemie hatte es keine öffentliche Einladung gegeben, auch die Uhrzeit war vorab nicht veröffentlicht worden. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog hat den Tag 1996 zum Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.
Um 14 Uhr legten Friedrich Stachat und Peter Apitz für den Fürstenwalder Kulturverein und die Fraktion von Bündnis 90/Grünen Blumen nieder, wie Apitz am Abend mitteilte. Gegen 16 Uhr versammelten sich ungefähr 30 Fürstenwalder ebenfalls am Ottomar-Geschke-Platz, auf Einladung der Fürstenwalder Linken. Der Stadtvorsitzende, Ismael Al Kayed, und der Stadtverordnete, Peter-Martin Mattigk, legten einen Kranz nieder, wie Fraktionsvorsitzender Stephan Wende mitteilte.

Hangelsbergerin säubert Stolpersteine

Zeitgleich zu Koch und Rudolph, wenige Schritte von ihnen entfernt, fand eine private Gedenkaktion in anderer Form statt: Auf der anderen Seite des Hotels Kaiserhof, in der Eisenbahnstraße hat die Hangelsbergerin Malou Berlin die dort verlegten Stolpersteine für Florentine und Regina Waldau gesäubert. Florentine Waldau, geboren 1876 in Reitwein, war eine bekannte Buchhändlerin und Postkartenverlegerin in Fürstenwalde. Ihre Tochter Regina, geboren 1899 in Fürstenwalde, wurde 1943 nach Auschwitz deportiert. Sie gilt als verschollen. Das Schicksal ihrer Mutter ist unbekannt. Malou Berlin hat eine Patenschaft zur Pflege dieser Stolpersteine übernommen.