In der Kirche drängten sich Berliner mit Märkisch-Oderländer in den Reihen, ebenso Frankfurter aber auch Odervorländer. Vor mehr als 100 Zuhörern bot Michael Schönheit ein beeindruckendes Spiel auf dem mitgebrachten Cembalo, einem französischen Nachbau von 1750.
Eingeleitet wurde dieses, dem Patron der "musica sacra", dem König David gewidmete Konzert, von einer Canzona in F-Dur von Heinrich Scheidemann. Gut an kamen aber auch"Der Streit zwischen David und Goliath" aus der "Vorstellung einiger biblischen Historien" (um 1700) von Johann Kuhnau. Der Leiziger Thomaskantor hatte die Sonaten auch in Geschichten übertragen lassen, die die Sieversdorferin Silvia Scheffler im Wechselspiel mit Schönheits Musik gekonnt vortrug. Viel Applaus gab es am Ende auch für Bachs berühmte Toccata in d-Moll in der mutmaßlichen Urfassung für Cembalo nach Bernhard Bittler.
Dass Michael Schönheit bereits zum sechsten Mal in Sieversdorf weilte, hat einen Grund. Christian Scheffler hat in Leipzig vor Jahren mit seinem Team die Orgel der Thomaskirche restauriert. Man kennt und schätzt sich, dass wurde auch beim anschließenden Treffen in der Werkstatt mit vielen Wegbegleitern deutlich. "Das Konzert war toll und Christian Scheffler ist einer der wichtigsten Orgelbauer in Brandenburg", lobte Kulturradio-Moderator Claus Fischer. "Bis hierher hat mich Gott gebracht", diese Choralzeile zitierte Christian Scheffler bewusst und dankte seiner Familie, dass man auf den Tag genau 24-jähriges Firmenjubiläum feiern dürfe.
Freuen können sich auch weiterhin die Fans des seit 20 Jahren bestehenden Freundeskreises der Kunst und Denkmalpflege auf Gut Sieversdorf. "Jährlich bis zu zehn Konzerte haben wir im Gutshaus-Barocksaal, in der Kirche und der Orgelwerkstatt geboten, also insgesamt fast 200", freute sich Silvia Scheffler, die den Verein mit Elke von Stünzner führt. Am 6. Dezember folge noch ein Weihnachtskonzert, danach baue man am Plan für 2015.