Mehr als 30 Grad im Schatten, der Schweiß rinnt schon beim Stillstehen am Körper hinunter  – doch die 70 Radler der Tour de MOZ sehen auch mit 30 Kilometern in den Beinen noch ganz vergnügt aus. Mickie Krauses "Schatzi, schenk mir ein Foto" schallt aus den Lautsprechern als die Frauen und Männer in den blauen T-Shirts am Sonntag, gegen 13.45 Uhr, am Hafen von Bad Saarow eintreffen.
Heinz Papra steigt zufrieden von seinem Drahtesel ab. Für ihn ist es die erste Tour de MOZ mit neuem Kniegelenk. Die Operation fand im Oktober 2018 statt, seit April darf der 80-jährige Mann aus Erkner wieder radeln – und auch die RundTour von Bad Saarow über Wendisch Rietz und Storkow hat sein Knie gut verkraftet. Wenn er am Sonntagabend wieder zu Hause ankommt, sagt Heinz Papra, wird er knapp 100 Kilometer im Sattel zurückgelegt haben.
Ferdinand Jekel hat für den schönen Sommertag seinen mit großen Kunstblumen verzierten Hut aufgesetzt. Was für ihn das Schönste an der Tour war? "Das Beisammensein. Man kennt sich und quatscht dummes Zeug", sagt der 75-jährige Frankfurter. Wolfgang Zabel aus Müncheberg ist das erste Mal dabei. "Früher bin ich mit meiner Frau viel geradelt. Vor anderthalb Jahren ist sie gestorben. Darum wollte ich mich jetzt mal einer Gruppe anschließen", sagt er. Auch ihm hat die Tour gefallen.
Tour de MOZ

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Pünktlich um 10.15 Uhr hatte sich die Truppe auf den Weg gemacht. "Es war ein ganz schöner Pulk", sagt Laura Beister, die Chefin des Tourismusvereins Scharmützelsee. Mit dem Tourismusverein der Stadt Storkow hat ihr Verein das Rad Scharmützel organisiert. Die Tour de MOZ ist seit Jahren ein fester Bestandteil des Großereignisses. 6000 bis 7000 Radler, schätzt Laura Beister, waren es diesmal. An 17 Stationen konnten sie Stempel sammeln, sich dafür später eine Urkunde und – mit etwas Glück – einen Gewinn abholen.
Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes standen bereit, um Verletzungen zu versorgen. "Auf der Burg Storkow ist gerade jemand mit schweren Kopf- und Schulterverletzungen angekommen", berichtete Ralf Wilczek, der mit seinem Rettungswagen am Hafen von Bad Saarow stand, gegen 13 Uhr. Der Mann kam ins Krankenhaus.
Die Teilnehmer der Tour de MOZ blieben von Verletzungen verschont. "Es gab keine Unfälle und die Strecke ist von sehr guter Qualität", bilanzierte Tour-Leiter Lutz Werner. "Oder, wie der Brandenburger sagt: Gibt nüscht zu meckern", fügte er grinsend an. Sein schönstes Tour-Erlebnis: Der Stopp in Wendisch Rietz, wo der Spielmannszug aus Cottbus trommelte und blies.
Für die meisten Radler endete der Ausflugssonntag längst nicht mit der Tour de MOZ. "Ich gehe jetzt erst mal was essen und dann über den Kunstmarkt", sagte Karl-Heinz Jäschke aus Berlin-Staaken. Ähnlich hielten es Ingrid und Bodo Schütte aus Senftenberg. "Wir sind das erste Mal hier, es ist eine schöne Gegend", lobte das Ehepaar. Die blauen MOZ-T-Shirts, die sie wie alle anderen Teilnehmer zu Beginn der Tour erhielten, werde sie noch lange daran erinnern. "Das ist ein gutes Material, das kann man auch in der Freizeit anziehen", sagte Ingrid Schütte.