Noch ist die "Wohnungspolitische Umsetzungsstrategie" ein Entwurf. Doch die ersten Diskussionen im Sozial- und Bauausschuss zeigen, dass sie zumindest innerhalb der Gemeinde auf Zustimmung stößt. "Wir müssen sie noch mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr abstimmen", sagt Kämmerin Kerstin Lang. Wenn das Land sein Okay gebe und die Gemeindevertretung die Strategie beschließe, seien Mietwohnungsbau und -Modernisierung in den ausgewiesenen Gebieten förderfähig. Im Frühjahr 2017, so hofft die Kämmerin, ist das Papier beschlussreif.
Die Gebiete für Neubauvorhaben liegen vor allem in Grünheide und Hangelsberg. "Wir haben uns eng an den Vorgaben der Förderrichtlinie orientiert", erklärt die Kämmerin. Die Entwicklung von Zentren und die "Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs" sind darin als Kriterien genannt.
In Grünheide ist das größte Vorhaben der Neubau von 200 bis 300 Wohnungen im Ortszentrum. Die bisherige Bebauung mit Stadtvillen könnte noch mal "gespiegelt" werden. Angedacht ist dafür eine vier Hektar große Fläche im angrenzenden Wald. "Sie wird nicht zur Naherholung genutzt", sagt Sozialamtsleiter Bernd Schlüter. Zudem würde durch den Zuzug das vorhandene Zentrum mit seinen Geschäften gestärkt. Zunächst müsste die Fläche dem Land abgekauft werden. Insgesamt ergibt sich laut Strategie für den Ortsteil Grünheide ein Potenzial von knapp 400 Wohnungen.
In Hangelsberg ist vorgesehen, die "Siedlungslücke" zwischen Schulcampus und Bahnhofstraße zu schließen. 30 Hektar Wald gibt es dort. "Hangelsberg ist von Berlin aus gesehen der erste Ort, an dem man von den Wohngebieten zu Fuß den Bahnhof erreichen kann", sagt Schlüter. Schon jetzt merke man, dass dies "städtisches Klientel" anziehe. "Ich begrüße sehr, dass Hangelsberg ein Zentrum bekommen soll, bezweifle aber, dass die Forstverwaltung ihren hochwertigen Eichenwald abgibt", sagte Peter Komann im Bauausschuss.
Projekte im Überblick:
Grünheide
¦ Neubau Mehrgenerationen-Wohnprojekt, 24 Wohnungen, K.-Marx-Straße 28, (2017-18)
¦ Neubau zwei Mehrfamilienhäuser mit 12 Wohnungen, K.-Marx-Straße 35/35a, (2017-18)
¦ Neubau Geschossbauten und Stadtvillen, 200 bis 300 Wohnungen, Ortsmitte, (2018-20)
¦ Neubau 20 altersgerechte Wohnungen, F.-Engels-Straße 12, (2017)
¦ Neubau Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohnungen, F.-Engels-Straße 14, (2017-18)
¦ Aufzug für acht Wohnungen, F.-Engels-Straße 15a, (2018)
¦ Neubau Mehrfamilienhaus mit 28 Wohnungen, An der alten Schule, (2018)
Fangschleuse
¦ Aktivierung innerörtlicher Brachen, 1,8 Hektar (2018-21)
Hangelsberg
¦ Neubau Mehrgenerationen-Wohnprojekt, 3 x 6 Wohnungen, Abriss Turnhalle, (2017-18)
¦ Instandsetzung 64 Wohnungen, Straße der Befreiung, (ab 2018)
¦ Neubau Mehrfamilien- und Reihenhäuser auf 30 Hektar, Bahnhofsviertel, (2018-26)
Freienbrink
¦ Bau weiterer Mehrfamilienhäuser, Nachrüsten Aufzüge für 48 Wohnungen, Dorfstraße 17/18 (2018)
Kienbaum
¦ Modernisierung 89 Wohnungen, Puschkinstraße 8-11, (2016-20)
Überhaupt ist einiges vage in der Strategie. "Wir sind mutig gewesen und haben Gebiete, die in der Landesplanung nicht enthalten sind, aufgenommen", sagt Kerstin Lang. Da die Planung aber derzeit überarbeitet werde, sei der Zeitpunkt günstig.
Derzeit hat Grünheide knapp 8500 Einwohner. Perspektivisch könnten es 10 000 werden, sagt die Kämmerin, zumal Mietwohnungsbau nur ein Instrument sei.
Ein Ziel der Strategie ist es, die Eigenständigkeit der Gemeinde zu erhalten - auch vor dem Hintergrund der geplanten Gebietsreform. Von der 12 000-Einwohnergrenze, die dort für Gemeinden im Berliner Umland genannt wird, will man sich nicht Bange machen lassen. "Dafür steht noch nirgends ein Stichtag", sagt Bernd Schlüter. Die "Wohnungspolitische Umsetzungsstrategie" ist ein Baustein, um Ortsentwicklung zu planen. In Städten wie Erkner und Fürstenwalde gibt es dafür integrierte Stadtentwicklungskozepte.