Vier Stufen zum Abschluss

Sein Meister, Steffen Schoppe, ist Vorstandmitglied der Tischlerinnung und Juror. Rockmanns Gesellenstück erfülle alle Voraussetzungen, sagt er. Und das sind nicht wenige. Jedes Stück muss über ein gestaltetes Teil verfügen, zum Beispiel eine besondere Oberfläche. Dann muss ein drehendes Element vorhanden sein, eine Türe oder Klappe. Auch ein hand-gezinktes Fach, Ölung oder Lackierung gehören dazu. "Ansonsten dürfen die Gesellen komplett frei gestalten", sagt Schoppe. Tische, Einbauschränke, Fenster und Türen sind möglich. Auch Särge seien schon dabei gewesen.
Vier Stufen führen die Gesellen zum Abschluss. Im ersten Prüfungsteil fertigen sie eine Zeichnung ihres Gesellenstückes an. Daran wird überprüft, ob das Objekt baubar ist und über den nötigen Schwierigkeitsgrad verfügt. Dann steht ein Fachgespräch an, bei dem der Azubi sein Vorgehen am Werkstück erläutert. Nach der Vollendung folgt die Ausstellung. Zwischendurch ist in einer "Handprobe" innerhalb von sieben, acht Stunden ein anderes, separates Prüfungsstück herzustellen.
13 Prüflinge hatte die Innung bislang 2020. Zwei von ihnen wurden bei der Schau im Januar für den Wettbewerb vorgeschlagen. "Von den zehn Mann, die heute hier sind, haben sieben die Prüfung bestanden", sagt Schoppe. Zwei müssten die Praxisprüfung wiederholen, einer die Theorie.
Junge Tischler präsentieren ihre Werke

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"Ich muss noch mal durch die Handarbeitsprüfung", sagt Christopher Schickert aus Langewahl. Zufrieden ist er dennoch. Er hat eine Spülküche für seinen 23 Jahre alten VW-Bus gebaut. Druckknöpfe mit Schloss halten die Schubladen zu, deren Böden mit einem Furnier aus Birnenholz in Kreuzfuge verziert sind. Schickert holt die Schublade heraus und deutet auf die Unterseite. Dort ist ein zweites, schlichtere Furnier zu sehen. Das Gegenstück sei nötig, um die Spannung auszugleichen, erklärt er.
Sergei Borisov hat es geschafft. Der 42-Jährige absolviert seine Ausbildung in Erkner. Er hat eine Vitrine gestaltet, in der er Mineralien, die er mit seinem Sohn sammelt, legen kann. Über fünf Wochen arbeitete er daran. Das Holz ist brandenburgische Eiche, 2017 vom Sturm gefällt – das sei ökologischer. Für seine aufwendige Gestaltung wurde auch er für die "Gute Form" ausgewählt. Nach Abschluss seiner Ausbildung hofft Borisov, weiter in seinem Betrieb arbeiten zu können.