Die Nachricht ist an sich nicht neu. Bereits im April hatte der Hauptausschuss einstimmig den Antrag von Bündnis 90/Grüne quittiert. Nun ein Déjà-vu-Erlebnis. Wiederum begrüßten reihum die Fraktionen, dass Heideland ein Ortsteil wird. Was lässt die Sache optimistischer wirken als bei letzten Mal? Damals wurden seites der Verwaltung noch Bedenken geäußert, und versprochen, man werde die rechtliche Seite der Ortsteilbildung prüfen. Diesmal sagte Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst: Reinen Herzens könne er mitteilen, Vorbehalte hätten sich erledigt. Nun ist davon auszugehen, dass auch bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung Einvernehmen darüber herrscht und Heideland nach Trebus und Molkenberg der dritte Ortsteil von Fürstenwalde wird.
Aber auch wenn dann bald ein Ortsbeirat gewählt ist, wird der Dritte noch lange nicht den anderen gleichen. Denn das eigentliche Problem der Heideländer ist damit noch nicht gelöst. Baurecht gibt es damit nicht. Und das ist es, worum sie seit Anfang der 1990er-Jahre kämpfen. Etwa 1992 wurde es ihnen vom damaligen Bürgermeister Manfred Reim versprochen. Aber der hatte sich nur versprochen, wie die folgenden Jahrzehnte zeigten. Heideland war Außenbereich und ist es bis heute.
Alle Bestrebungen, das zu ändern, scheiterten, auch als sich die zuständigen Stellen der Stadt intensiv darum kümmerten. Zwar haben die Stadtverordneten Ende 2013 beschlossen, das im Flächennutzungsplan für Heideland ein großer Teil als Wohnbaufläche ausgewiesen wird. Das Verfahren ruht aber, weil die Landesplanungsabteilung im März in einem Schreiben ihre Position bekräftigt hatte: Das Gebiet erfülle die Voraussetzungen für Wohnbauland nicht, weil es Außenbereich ist.
Aber es gibt laut Verwaltung vage Hoffnungen. Wenn das Gewerbegebiet Hegelstraße auf der anderen Seite der Bahnlinie weiter bebaut wird, stellen die Landesplaner in Aussicht, die Sachlage erneut zu prüfen. Das klingt nach auf die lange Bank schieben. Die Stadt arbeitet deshalb an weiteren Fronten.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wird bis 2017 überarbeitet. Wenn in ihm aufgrund der Einwohnerentwicklung ein Bedarf für zusätzliches Wohnbauland begründet wird, käme dafür Heideland ins Gespräch. Gut dazu passt, dass kürzlich ein Planungsbüro das Wohnungsbaupotential in Berlin und dem Umland analysiert hat - und auch mehrere Fürstenwalder Standorte aufgeführt hat. Dazu zählt das Heideland.
Unabhängig davon, ob und wann alles Früchte bei der Landesplanung trägt, will man Vorbereitungen für Bebauungspläne treffen. Die Stadt lässt im Absprache mit der zuständigen Forstbehörde feststellen, was genau im Heideland Wald ist. Zudem läuft eine Bestandserfassung im Bereich Natur- und Artenschutz, die wichtige Informationen für Umweltberichte der Bauleitplanung liefern soll. Und schließlich soll an einem Gesamtkonzept gearbeitet werden, in dem die künftige Grundstruktur, die maximale Anzahl von Wohnungen und der Bedarf an Infrastruktur festgelegt wird. Das Geld dafür will die Verwaltung für den Haushaltsplan 2017 anmelden.