Bei der Hilfe in Fürstenwalde und Umgebung für die Opfer der Flutkatastrophe in Westdeutschland überschlagen sich einige Entwicklungen. In Beerfelde nimmt die Feuerwehr bis Donnerstag täglich von 18 Uhr bis 18.30 Uhr am Gerätehaus an der Jänickendorfer Straße 59 Sachspenden an. Haushaltsmittel, Decken, Pflegeprodukte, Baustromkabel- Verlängerungen und Ähnliches werden erbeten. „Kleidung soll bitte nicht mehr gespendet werden“, heißt es in dem Aufruf, der auf Facebook verbreitet wurde.
Die Aktion gilt als Teil einer Aktion aller Wehren im Amt Odervorland. Als den Feuerwehrmann, der das initiiert und koordiniert, nennt Kämmerin Helen Feichtinger von der Amtsverwaltung Jörn Patke aus Briesen.

Brandenburg hilft Unwetter-Opfern

Die Bilder aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen unter die Haut. So viele Opfer, so viel Zerstörung, so viele kaputte Existenzen. In Brandenburg lösen die weinenden Menschen vor ihren zerstörten Häusern Erinnerungen an die Hochwasser von 1997 und 2002 aus. Damals gab es eine bundesweite Welle der Solidarität, die die Not der Menschen gelindert hat. Jetzt ist es Zeit, davon etwas zurückzugeben. Deshalb rufen die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau in Kooperation mit dem Landkreis Märkisch-Oderland zu einer Spendenaktion „Wir helfen“ auf.
Für die Spenden aus Brandenburg wurde ein Konto eingerichtet: Landkreis Märkisch-Oderland, IBAN: DE39 1705 4040 0020 0662 95, Stichwort: Spenden Hochwasserhilfe 2021

Am Sonnabend bricht ein Hilfstransport aus Briesen auf

Der ist von Beruf Elektriker und hat in dieser Eigenschaft über die Innung eine Sammelaktion gestartet, sagt seine Frau Norma Wilken, die an seiner Stelle telefonisch erreichbar ist. „Wir haben einen Aufruf der Elektriker-Innung aus dem Ahrtal gesehen, die Baustromverteiler suchen“, berichtet sie. Aggregate und Flutlicht-Strahler würden ebenfalls gesucht. Am Sonnabend, so der Plan, soll ein Transport mit vier bis sechs Fahrzeugen nach Rheinland-Pfalz aufbrechen. Im Gespräch ist noch ein Zwischenstopp in Doberlug-Kirchhain, um dort Material einzuladen. Ob die Fahrt zum Nürburgring oder an einen anderen Zielort führt, sollen die Empfänger bestimmten, sagt Norma Wilken, die im direkten Kontakt mit der Elektriker-Innung in Ahrweiler steht. Von der Sammelaktion der Feuerwehren in Odervorland wisse sie gar nichts, sagt Norma Wilken. „Das heißt aber nichts.“

Haus eines Bandmitglieds ist unbewohnbar

Ein ganz anderer Anknüpfungspunkt zu dem Katastrophengeschehen ergibt sich in der Alten Schulscheune in Diensdorf-Radlow. Dort ist für Sonnabend ein Auftritt der Band Stingchronicity geplant, die die Hits der 1970er-Jahre von Sting und Police nachspielt. Die Band kommt aus dem Gebiet Neuenahr-Ahrweiler. „Das Haus eines Bandmitgliedes, der direkt im Ort Neuenahr-Ahrweiler wohnt, ist unbewohnbar, das Auto ein Totalschaden und im Umfeld der Band sind viele schreckliche Dinge passiert“, teilt der Förderverein Diensdorf-Radlow auf Facebook mit. Trotzdem hat die Band entschieden, das Konzert zu spielen.

Alte Schulscheune ruft zu Spenden auf und spendet selbst einen Teil der Konzerteinnahmen

Der Förderverein ruft jetzt zu einer Spendenaktion auf. Am Sonnabend, 24.7., ist es ab 14 Uhr möglich, in der Alten Schulscheune vor Ort Geld zu spenden. Der Verein selbst wird aus den Einnahmen des Konzertabends einen Teil spenden. Die gesammelten Spenden sollen direkt der Band mitgegeben werden, um sie vor Ort den gemeinnützigen Vereinen zur Schadensbeseitigung zur Verfügung zu stellen. Für das Konzert selbst, das am Abend beginnt, gibt es nur noch Restkarten.

Sachspenden würde das DRK gar nicht annehmen

In der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverband Märkisch-Oder-Havel-Spree in Fürstenwalde halten sich die Spendenanfragen bislang in relativ beschaulichen Grenzen. „Sachspenden werden wir auch nicht annehmen“, betont der Vorstandsvorsitzende Klaus Bachmayer. Die würden derzeit schlicht nicht mehr benötigt. Wenn überhaupt, liefen die Spenden über den Bundesverband des Deutschen Roten Kreuzes, der wiederum beim Kreisverband eine Anfrage für benötigte Güter stelle. „Die bedienen wir dann aber aus unserem Fundus“, so Bachmayer. Wenn Leute mit Kleidung oder Ähnlichem kommen und diese abgeben wollen, werden sie zur lokalen Kleiderkammer umgeleitet. Anfragen zu Geldspenden habe es hingegen noch keine gegeben.
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