"Der Berliner Ring spielt in einer anderen Liga", erwiderte Michael Rose. Die Zeitreduzierung am Dreieck Nuthetal sei erkauft worden, so der Leiter des Straßenverkehrsamts. Er sitzt in der neuen Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Behörden, die versuchen, das ständige Chaos ein wenig zu ordnen. Dazu gab es eine ganze Reihe von Vorschlägen und Ankündigungen.
Ausschuss-Vorsitzender Klaus-Dieter Balzer sprach die Tempo-80-Schilder mit dem Zusatz-Schild Stau an. "Viele Leute vergleichen das mit der Schneeflocke und interpretieren das so, dass sei bei Stau Tempo 80 fahren sollen." Gemeint ist indes Tempo 80 ohne Wenn und Aber - und der drohende Stau ist die Begründung. Eine Möglichkeit wäre, das Zusatzschild einfach wegzulassen.
Siegbert Schmidt vom Schutzbereich der Polizei bestätigte, dass im Bereich zwischen Müllrose und Fürstenwalde oft Autos mit Tempo 120 vorüberführen. Wegen fehlender Rechtsgrundlage könnten Ausländer dabei oft nicht zur Kasse gebeten werden. Rose kündigte an, die Stauwarn-Anlage solle wieder installiert werden.
Martin Hertneck aus Rauen, der berufener Bürger in dem Ausschuss ist, machte indes seine grundlegende Unzufriedenheit deutlich. Das Argument gegen einen sechsspurigen Ausbau sei falsch. Auch wenn die dafür geforderte Zahl von 60 000 Autos nicht erreicht werde, müsse gelten: "Keine Regel ohne Ausnahme." Denn die schlechten Angewohnheiten osteuropäischer Fahrer würden nicht berücksichtigt. Der große Widerstand komme daher, dass ein sechsspuriger Ausbau eine Lärmschutzwand erzwinge. Und wenn sich irgendwann die Einsicht durchsetze, werde es mit allen Planverfahren 11 Jahre dauern.