Das ließ im Kurort Gerüchte aufkommen, zumal die anderen drei Hotels der Arosa-Kette auf Sylt, in Travemünde und in Kitzbühel längst wieder Gäste aufnehmen. Die DSR Hotel-Holding aus Hamburg, der die Luxusunterkünfte mit angeschlossenen Golf-Resorts gehören, schwieg dazu eine Weile. Jetzt werden wirtschaftliche Gründe genannt. Sie stehen in Zusammenhang mit dem Bad Saarower Aja-Hotel in fast unmittelbarer Nachbarschaft zum Arosa. "Wir beobachten den Buchungsmarkt sehr genau und versuchen mit einem Unternehmen am Standort, dem Aja, für unsere Gäste zur Verfügung zu stehen", sagt DSR-Sprecherin Michaela Störr. Übersetzt heißt das: Um beide Häuser gut füllen zu können, reichen die Buchungsanfragen nicht aus. Für das Aja habe gesprochen, so die DSR, dass die behördlichen Auflagen hinsichtlich der Sicherheit und Hygiene dort schneller umsetzbar gewesen seien.
Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga in Brandenburg, Olaf Lücke, kann die Entscheidung nachvollziehen. "Ich finde das verständlich. Laut einer aktuellen Umfrage machen die Hoteliers zurzeit nur 50 Prozent des Umsatzes im Vergleich zu anderen Jahren", sagt er. Es fehlten die Gäste aus dem Ausland, das Geschäft mit Tagungen und Veranstaltungen. Dinge wie die Organisation des Frühstücks seien mit enormem Personalaufwand verbunden, zudem gebe es in manchen Häusern bauliche Besonderheiten. Einige andere Hotels, zum Beispiel in Potsdam und im Spreewald, seien wegen derartiger Gründe erst im Juli wieder an den Markt gegangen.
Im Arosa Scharmützelsee wird das offenbar frühestens Mitte August der Fall sein. Bis dahin habe man den Gästen Umbuchungen auf das Bad Saarower Aja und in die anderen Anlagen der DSR-Gruppe angeboten. "Die Entscheidung, ob das Arosa anschließend wieder geöffnet wird, kann weiterhin leider nur kurzfristig und aufgrund der wirtschaftlichen Lage gefällt werden", so die Sprecherin. Ebenfalls noch geschlossen, ist derzeit der Faldo Course, der bekannteste und schwierigste der Golfplätze auf der Anlage. Das liege an geringer Nachfrage wegen der Absage großer Turniere, hieß es von der DSR. Da die Nachfrage jetzt aber wieder steige, bereite man auch diesen Platz für eine Wiedereröffnung vor.

Bootsvermieter spürt Folgen

Einem Teil der Mitarbeiter hat das Unternehmen Tätigkeiten im Bad Saarower Aja-Hotel oder an anderen Standorten angeboten. 40 befänden sich noch in Kurzarbeit. Betroffen von der Arosa-Schließung sind aber auch andere. Axel Schmidt zum Beispiel, der in direkter Nachbarschaft der Hotelanlage seine Segel- und Motorbootschule und -Vermietung YAAS betreibt. "Es ist bedauerlich. Mir fehlen natürlich die Gäste und die gastronomischen Angebote von dort", sagt er. Seit Corona fehlten ihm aber nicht nur die Hotelgäste. Auch Firmen-Events und Schulkassen aus der Jugendherberge auf der anderen Seite des Sees, die ebenfalls noch geschlossen hat, sind weggebrochen. "Lehrgänge zum Erwerb des Sportbootführerscheins sind dagegen voll wie noch nie", so Schmidt.