Normalerweise geht die Brandenburger Gesundheitsministerin nicht zur Eröffnung von Arztpraxen. Am Sonnabend aber hat Ursula Nonnemacher eine Ausnahme gemacht und ist nach Fürstenwalde gekommen. „Die Einladung hat mich sehr angesprochen. Aus ihr spricht die Freude am Beruf und der Teamgeist von Christoph Hennig“, würdigt die Ministerin. Sie ist eine von vielen Gästen, die zur Einweihungsfeier in das Gesundheitszentrum in der Karl-Liebknecht-Straße gekommen sind.

Hennig ist ein Netzwerker

„Ich habe auch Vertreter der Stadt und des Landkreises sowie alle Ärzte aus Fürstenwalde eingeladen“, sagt der 38-jährige Internist, dem es ganz offenbar wichtig ist, ein gutes medizinisches Netzwerk in der Stadt zu schaffen. Bereits im April hatte er nahtlos die allgemeinmedizinische Praxis von Ursula Zimmermann übernommen, die in den Ruhestand gegangen war. Zur Verstärkung in der nun eigenen Praxis Märkische Ärzte hat er kürzlich Annemarie Tietjen, Fachärztin für Allgemeinmedizin, eingestellt. Dadurch wird die Neuaufnahme von Patienten möglich. „Wir kennen uns schon lange, haben zum Beispiel mal zusammen im Krankenhaus Lübben gearbeitet“, sagt die 35-jährige Ärztin über ihren Chef. Beide wohnen in Berlin und finden die Zugverbindung ideal, um in Fürstenwalde arbeiten zu können.

Junge Ärzte sind willkommen

Froh, dass es mit der Praxisnachfolge so gut geklappt hat, sind auch die Arzthelferinnen Elgin Klinikowki und Birgit Lorenz, die bereits unter Hennigs Vorgängerin gearbeitet haben. Die beiden Frauen hatten sich auch unter die zahlreichen Gratulanten gemischt, die mit freundlichen Worten, Musik und einem leckeren Büfett empfangen worden waren. „Zu einem solch freudigen Termin kommt man doch gern“, sagt auch Gundula Teltewskaja, Beigeordnete und Dezernentin für Ländliche Entwicklung im Landkreis Oder-Spree. Jeder junge Arzt sei willkommen. Denn auch in Fürstenwalde ist die hausärztlichen Versorgung nicht optimal. „Der Versorgungsgrad beträgt etwa 80 Prozent“, sagt die Ministerin auf eine entsprechende Nachfrage. Umso erfreulicher sei es, dass die freigewordene Stelle schnell wieder besetzt werden konnte und sogar noch eine weitere Ärztin angestellt worden ist. „Das ist ein gutes Signal“, betont Ursula Nonnemacher, die sich freut, nach einer Corona bedingten Pause „wieder mehr im Land“ unterwegs sein zu können und sich mit den Menschen auszutauschen.

Bieten auch Corona-Test

In der frisch renovierten und neu eingerichteten Praxis von Christoph Hennig können sich Patienten auch auf den Coronavirus testen lassen. Wer grippeähnliche Symptome hat, muss den Test nicht selbst bezahlen, das übernehmen die Krankenkassen. Wer privat einen Test durchführen lassen möchte, muss allerdings selbst ins Portmonee greifen. „Die Ergebnisse liegen derzeit in 24 bis 42 Stunden vor“, sagt Christoph Hennig.
Die Kassenärzte seien nicht verpflichtet, aber angehalten, Corona-Tests durchzuführen, erklärt die Ministerin: „Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung bemühen wir uns um Verträge mit den Ärzten.“ Denn im Flächenland Brandenburg würden einzelne Testzentren nicht ausreichen. Mit den Verträgen werde auch die unzureichende Vergütung für die Ärzte ausgeglichen.