"Es war eine euphorische Zeit", sagt Ullrich. "Es gab viele Ideen und Kauffreiheit." Er war damals bei Chemie- und Tankanlagenbau (CTA) angestellt. Die Großbetriebe seien Sponsoren der Kultureinrichtungen gewesen. Ullrich war Abteilungsleiter für Kultur. Doch es sei nur noch um Abwicklung gegangen. "Die Grundidee war, die Kulturangebote selbständig fortzuführen", berichtet Ullrich. So ganz geklappt habe das nicht, doch das CTA trägt der Verein bis heute im Namen.
Also blieb, sich auf den Kernbereich Töpfern zu konzentrieren. "Wir hatten Ideen, aber kein Geld", sagt Ullrich. Zunächst ging es 1991 im Keller los. 1995 sollte die Werkstatt hinzukommen, mit einem Raum für die Brennöfen. Mitte der 1990er-Jahre wurde der Verein zum anerkannten Träger für Jugendarbeit. "Das war eine Möglichkeit für uns, feste Strukturen zu schaffen", sagt Ullrich. 1998 startete das Töpfereimobil. Etwas Angst, dass sich niemand mehr für Ton interessiere, sei aufgekommen, als Computer aufkamen. Doch sie war unbegründet. "Computer erwiesen sich als größtes Förderprogramm für uns", berichtet Ullrich. Denn sich beim Töpfern die Hände schmutzig zu machen, sei etwas ganz anderes, als am Computer zu sitzen.
Dass sich der gemeinnützige Verein 30 Jahre lang gehalten habe, liege nicht zuletzt an dem guten Team, ist sich Ralf Ulllrich sicher. Immerhin hat der CTA-Kulturverein Nord mittlerweile neun Beschäftigte und verfügt über ein jährliches Gesamtbudget von etwa 500.000­ Euro.