Bereits im März dieses Jahres hatte er hier als Pianist des Cristin Claas-Trio gespielt, nun stand er allein mit seinem Piano auf der Bühne. Gekonnt schaffte der Träger verschiedener Kleinkunstpreise den Spagat zwischen Musik- und Erklärstücken. Kein Wunder, dass Christoph Reuter seit fünf Jahren Entertainer und Bestsellerautor Dr. Eckart von Hirschhausen als Pianist und Dialogpartner auf dessen Tour begleitet. Von Hirschhausen führte in Reuters Programm auch die Regie.
Das Fürstenwalder Publikum erfuhr viel über Töne und Rhythmen; außerdem lachte es beherzt darüber, dass man mit gerademal vier Tonarten in einem Stück durchaus Hits schreiben kann. Eine lehrreiche Doppelstunde Nachsitzen zum Thema Musik - das gelang beim Mix aus Klassik und intelligentem Klamauk. Und das Fürstenwalder Publikum ist musikalisch. Das bewies es beim lustigen Stücke Erraten. Viele sangen die Songs nach dem Erkennen der Eingangsmelodie weiter mit und schwatzten gern mit dem Künstler. Christoph Reuter bewies viel Improvisationstalent, spielte beispielsweise "Alle meine Entchen" nicht nur klassisch, sondern auch im arabischen und asiatischen Stil. "Ente süß-sauer sozusagen", und die Gäste lachten Tränen. Egal ob Filmmusiken, Klassik, Pop oder Jazz, der 40-Jährige verriet viele Tricks der Musikbranche, erklärte die C-Kralle auf der Partitur, um Hits zu schreiben - und verteilte davon am Ende sogar Postkarten an die Gäste.
"Was für ein lustiger Typ", sagte Marlen Rost aus Groß Lindow, die aus der MOZ vom Musikkabarett erfahren hatte. Sie selbst stammt aus einer Musikerfamilie. "Mein Vater war Klavierstimmer und Künstler und wir hatten mehrere Pianos Zuhause".
Besinnlich, mit einer improvisierten Variation von "Stille Nacht", entließ Christoph Reuter nach zwei Stunden das Publikum in die Weihnachtszeit. Mit seinem 2. Soloprogramm will er wiederkommen. Das hörte Kufa-Chef Dr. Klaus-Peter Oehler gern. "Den buchen wir mal wieder, denn ich habe so viel tolles hier heute gelernt."