Die Frustration der Sportvereine ist nachvollziehbar. Vormittags können Kinder und Jugendliche im Schulsportunterricht herumtoben und sich körperlich verausgaben, ohne Maske oder besondere Abstandsregeln. Also fast wie vor Corona. Währenddessen sind die Nachmittage oder Abende auf der Matte oder im Schwimmbecken für die Kids gestrichen. Dass die Regelungen zum Vereinsleben von Bundesland zu Bundesland variieren, in einigen sogar Ausnahmen für unter-12-Jährige festgeschrieben wurden, macht das Ganze noch unverständlicher.
Zunächst ist fraglich, ob medizinisch nachgewiesen werden kann, dass die Ansteckungsgefahr bei Elfjährigen eine andere als bei Zwölf- oder Dreizehnjährigen ist. Darüber hinaus sollten die Bildungsministerinnen und -minister darüber nachdenken, ob der Schulsportunterricht nicht anders gestaltet werden kann. Sonst werden womöglich die Bemühungen aus allen anderen Lebensbereichen (Abstand, Maske, Händewaschen, Kontakte reduzieren) zunichte gemacht.
Um den Frust in Maßen zu halten und Verständnis in der Bevölkerung für die Auflagen zu erhalten, sollte nach einheitlichen Lösungen gesucht werden. Das verhindert Herumgereise, um Regionen mit Ausnahmeregelungen zu finden.
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