Wie bekannte Hits klingen würden, hätte man sie in der Zeit 200 Jahre zurück katapultiert, davon machten sich viele Besucher im gut gefüllten Musikkeller gern ein Bild. Geboten wurden Coverversionen von Aerosmith bis Joachim Witt im klassischen Gewand, da blieb viel Zeit zum Träumen, zum Innehalten. Mitgesungen wurde bei “Mensch” von Herbert Grönemeyer ebenso wie bei “Every Breath You Take” von The Police sowie alten Songs von Depeche Mode und Nik Page. Jeanette Fienemann kannte den einstigen Teenie-Schwarm mit der rauchigen Stimme noch von früher und fand die Neuinterpretationen gut. Ihre Freundin Ronny Caruoge, ein Klassikfan und ebenfalls aus Fürstenwalde, lobte den Abend als „ergreifend“.
Dafür sorgten neben Nik Page (47), der zu den Songs stets die Jacketts wechselte, zwei Vollblutmusiker, mit denen der Blankenfelder schon bei „Songs of Lemuria“ zusammen gearbeitet hatte: Pianistin Corinna Söller und Cellist Uwe-Christian Müller. Letzterer hat sogar schon mit Metallica gespielt, daher durfte auch deren Hit „Unforgiven“ nicht fehlen. Honoriert wurde jedes Stück mit viel Applaus. Die Zwischenmoderationen waren kurzweilig, das selbst betitelte „Trio der Rotnasen“ – schließlich kämpften alle noch mit der Grippe – bot sogar ein Queen-Medley. Bei „We will rock you“ wurde vom Publikum ordentlich mitgeklatscht und mitgestampft. Selbst David Bowies „Heroes“ als Abschluss-Song ließ viel Raum zum Träumen.
Als Zugabe outete sich Nik Page noch als leidenschaftlicher „Swinger”, nein, nicht sexuell gemeint, sondern rein musikalisch. Den swingenden Sound der 1930er-Jahre ließ man gemeinsam wieder aufleben mit „Dream a little dream of me“, aber auch „Cheek to cheek“.
Das Publikum verabschiedete das Trio nach mehr als zwei Stunden mit Jubel, „Bravo“-Rufen und tosendem Applaus in die Nacht. Etliche Besucher ließen sich noch am CD-Stand die alten und neuen Platten signieren. Wiederkommen wird Nik Page bereits Mitte März in die Kulturfabrik – mit einem Konzert als „Blind Passenger“ mit seinem 80er-Partypaket.(co)