2,3 Millionen Euro hat das Klinikum nach eigenen Angaben unter anderem dafür investiert, dass es jetzt drei statt zuvor zwei Kreißsäle gibt. "Der Bedarf für den dritten Kreißsaal ist da", sagt Klinikgeschäftsführerin Carmen Bier. Das liege daran, dass es zum Beispiel in Eisenhüttenstadt und in Strausberg einen Mangel an Hebammen gebe. Die dortigen Krankenhäuser müssten sich daher zeitweise vom Geburtenbetrieb abmelden. "Das merken wir bei uns." 650 Geburten gab es in Bad Saarow zuletzt innerhalb eines Jahres.
Die Erweiterung der Kreißsaal-Kapazitäten ist indes nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was in der Geburtshilfe neu geschaffen wurde. Von neuen Annehmlichkeiten können werdende Mütter bereits profitieren, bevor es im Kreißsaal in die heiße Phase geht: Der Wehen-Raum ist mit einem elektrischen Kamin ausgestattet, dessen künstliche Flammen in verschiedenen Farbtönen dargestellt werden können. Außerdem gibt es eine Badewanne, die der Entspannung dient, dem Arzt aber auch Signale senden kann. "Wenn die Frau noch im Stadium der Vorwehen ist, vergehen diese in der Wanne. Richtige Wehen hingegen werden durch das warme Wasser stärker", erläutert Pawel Morawski, der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Operationssaal für Kaiserschnitte vor Ort

Neu in der Bad Saarower Geburtshilfe ist außerdem ein Operationssaal, damit Kaiserschnitte gleich an Ort und Stelle stattfinden können, ohne in einen anderen Bereich des Klinikums wechseln zu müssen. Im Falle eines Kaiserschnittes wird auch grundsätzlich ein Kinderarzt hinzugezogen – der nun kurze Wege hat, denn die neue Geburtshilfe befindet sich unmittelbar neben der Kinderklinik. Außerdem gibt es einen unmittelbaren Übergang in die Neugeborenenstation, in der Säuglinge versorgt werden, die medizinische Hilfe benötigen. Auch um Frühgeburten kümmern sich die Helios-Ärzte dort. "Wir sind ein Perinatalzentrum der Versorgungsstufe drei. Das heißt, wir versorgen Kinder ab der Vollendung der 32. Schwangerschaftswoche, wenn sie ein Mindest-Geburtsgewicht von 1500 Gramm haben", erläutert Dr. Sigrid Lyding, die Chefärztin der Kinderklinik. "Mit unserem neuen Konzept haben wir endlich die Geburtshilfe und Früh- und Neugeborenenmedizin unter einem Dach", sagt Geschäftsführerin Bier. Das sei nicht nur für das Klinikpersonal, sondern auch für die Wöchnerinnen sehr viel komfortabler und noch sicherer.
Komplettiert wird der insgesamt 900 Quadratmeter große Geburtshilfebereich unter anderem von zwei Familienzimmern, deren Doppelbetten an ein Schlafzimmer statt an Krankenhaus-Atmosphäre erinnern. Wegen der Corona-Pandemie werden sie derzeit allerdings nur als Einzelzimmer vergeben. Außer weiteren Bettenzimmern gibt es zwei Untersuchungsräume, ein Still- und Fotozimmer sowie einen Aufenthaltsraum.
Dort, wo sich die alte Geburtshilfe befand, entsteht nach Angaben des Klinikums ein ambulantes OP-Zentrum. "Wir haben jetzt mit der Bauplanung angefangen. Wenn es gut läuft, gehen im Herbst die Arbeiten los. 2021 ist dann alles fertig", sagt Bier. Hintergrund dieser Maßnahme sei der anhaltende Trend hin zu einer "Ambulantisierung" von Operationen.