Nachdem der Torgelower SV Greif in den Relegationsspielen zur Fußball-Regionalliga gegen Fortuna Chemnitz antritt, hat Germania Schöneiche die Konsequenzen gezogen und gestern offiziell seinen Rückzug aus der Oberliga Nordost Nord bekannt gegeben.
Hintergrund: Hauptsponsor Hans-Peter Finkbeiner zieht sich nach dem gescheiterten Versuch, in die Regionalliga aufzusteigen, aus dem Vorstand zurück und reduziert sein finanzielles Engagement erheblich. Er bleibt dem Verein aber als Sponsor erhalten. Die Summe hätte möglicherweise auch für die Oberliga gereicht, doch das Risiko ist den Verantwortlichen zu hoch. Deshalb äußerte sich der Verein in einer gestern Abend der MOZ zugespielten Presse-Erklärung: "Ein Wettrüsten in der Oberliga wäre der programmierte Ruin" für den Verein.
Die Randberliner spielen damit in der kommenden Saison in der Brandenburgliga, aus der sie in der Spielzeit 2005/06 in die Oberliga, damals noch die vierthöchste Klasse, aufgestiegen waren. Ein neuer Coach für den nach dem verpassten Aufstieg scheidenden Dirk Berger steht bereits fest. Ex-Profi Tom Persich (40), jahrelang Abwehrchef der Oberliga-Elf und zuletzt für die zweite Mannschaft verantwortlich, wird dem Team in der kommenden Saison als Spielertrainer vorstehen.
Den freigewordenen Platz in der Oberliga Nord erhält, laut Mirko Wittig, Vorsitzender des Spielausschusses des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), ein Team aus Sachsen-Anhalt. Dieser Landesverband ist nach Berlin und Brandenburg der drittstärkste Mitglieder-Verband im NOFV und erhält deshalb einen zweiten Aufsteiger. Die Brandenburgliga wird derweil aufgestockt, weil der Rückzug von Schöneiche auf die Auf- und Abstiegsregelung in dieser Spielzeit keinen Einfluss haben darf. Es bleibt bei zwei Aufsteigern und einem Absteiger. In der Saison 2012/13 wird dann mit 17 Teams gespielt.
Die zweite Mannschaft der Schöneicher, die sportlich den Sprung in die Landesliga Süd bereits geschafft hatte, wird ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen und auch in der kommenden Saison in der Landesklasse Ost spielen. Auch in der Landesklasse Ost ändert sich durch die Schöneicher Entscheidung organisatorisch zunächst wenig. Statt der Randberliner würde der Tabellenzweite, derzeit FSV Dynamo Eisenhüttenstadt, aufsteigen. "Sollte allerdings auch der Zweitplatzierte auf den Aufstieg verzichten, dann verringert sich die Anzahl der Absteiger aus der Landesliga", sagt Ralph Belling, Staffelleiter der Landesklasse Ost. Da wäre erfreulich für den FV Erkner, der in der Süd-Staffel als 14. mitten im Kampf um den Klassenerhalt steckt.