Schon vor Konzertbeginn strahlte Kufa-Chef Klaus-Peter Oehler. „Wir sind mehr als ausverkauft.“ Kein Wunder, schließlich sei Dirk Michaelis hier schon lange nicht mehr aufgetreten. „So fünf Jahre ist das bestimmt schon her.“ Unten, im rappelvollen Musikkeller, drängten sich wartend die Besucher auf ihren Stühlen. Jung und Alt. Pärchen und Kumpels. Ein Solo-Programm war angekündigt worden, doch es kam anders. Denn nach zwei Akustik-Stücken bekannte Dirk Michaelis (56): „Nee, solo komm’ ich erst, wenn ich Single bin. Ich hab’ mir spontan heute zwei Musikerfreunde mitgebracht“, sagte er lachend und dankte gleich noch dem Kufa-Team fürs Umbauen der Bühne.
So standen dann Gitarrist Uwe Fischer und Sören Birke, der nicht nur Mundharmonika spielen kann, sondern auch Percussion machte und sogar eine armenische Kurzoboe, eine Duduk, erklingen ließ, mit im Rampenlicht. Das erhöhte den Genuss. Dirk Michaelis sang sichtlich glücklich mit seinen Kumpels, griff hin und wieder selbst zur Gitarre oder saß am Klavier. Das Publikum ließ sich auf den zwei Stunden gern mitnehmen in eine Gefühlswelt eines gereiften Mannes. Der ließ alte Songs wie „Schattenkreuze“ oder „Stilles Dorf“ erklingen, ebenso eingedeutschte Songs von Sting und Snow Patrol. Mal rockig, mal ruhig, aber stets mit tosendem Applaus, Jubel- und Bravo-Rufen durch das Publikum honoriert.
Das erkannte auch schon an den ersten Takten den 1987er Karussell-Hit „Als ich fortging“. Textsicher sangen die Besucher den Refrain alleine. Ruhiger wurde es noch beim Programm-Titelsong „Ich möchte mir gehörn“ als Zugabe. Der Versuch hielt nicht lange an. Dirk Michaelis weiß, was sein Publikum liebt und will. So sang er vor seinem ernstgemeinten „Auf Wiedersehen“ dann doch ganz solistisch den 1984er Karussell-Hit „Wie ein Fischlein unterm Eis.“