"Solche großen Aufbauten hatten wir noch nie", strahlte Kufa-Geschäftsführer Klaus-Peter Oehler, vor Beginn der Abend-Show vor dem Museum. Das Bühnenbild bestand aus hohen Wänden und verschiebbaren Leuchtstelen, dazu kamen noch ein paar Hintergrund-Geräusche. Nur vier Schauspieler spielten darin verschiedene Szenen aus dem gleichnamigen Kino-Hit unter Regie von Cezary Morawski in der Theaterfassung von Gunnar Dreßler voller Spielfreude. Gut 150 Besucher amüsierten sich über die außergewöhnliche Männerfreundschaft zwischen dem Arbeitslosen Driss (dargestellt von Ireneusz Rosinski), der als Pfleger vom gelähmten Millionär Philippe Pozzo di Borgo (Uwe Heinrich) angestellt wird. Dazu schlüpfen auch ihre Kollegen Ines Venus Heinrich und Fabian Ranglack in gleich mehrere Rollen - vom Assistenten bis zur Prostituierten. Die Szenen gelingen mit Witz, aber auch nachdenklichen Tönen und auch das wiederkehrende Schlagen der Dom-Uhr wird spontan mit in das Stück eingebaut. Philippe spürt wieder Lebensfreude und Driss lernt Verantwortung zu übernehmen. Sie sind "Ziemlich beste Freunde". Dabei wird gelästert, geweint, tanzt man mit Rollstuhl zu Earth, Wind & Fire auf der Bühne. Eine leichte Darbietung für eine laue Sommernacht loben die Besucher und honorieren die Aufführung nach zwei Stunden mit viel Applaus.
Die Kulturfabrik macht nun Betriebsferien. Weiter geöffnet sind aber Museum, Bibliothek und Kinderladen. Fortgesetzt wird das Kufa-Programm am 2. September mit Reinhardt Repkes "Club der toten Dichter" - vertonte Gedichte des US-Skandalautoren Charles Bukowski singt der Schauspieler Peter Lohmeyer.