Es war ein Konzertbeginn mit Hindernissen. Schon weit vor der Einlass-Zeit kurvten die Fans zur Kulturfabrik, mussten sich in Nebenstraßen des Wohngebiets ihren Parkplatz suchen. Viele nutzten noch vor Konzertbeginn die Gelegenheit für eine Stärkung mit Bier und Bratwurst, andere bestaunten schon die imposante Bühne. Der Kufa-Chef, Klaus-Peter Oehler, lief strahlend über den Platz: "Was für eine tolle Atmosphäre."
Die Eröffnungsworte übernahm Bürgermeister Ulrich Hengst. Der dankte dem Gründer Friedrich Stachat für seine Visionen sowie den Unterstützern und Förderern. "1992 haben da nicht alle dran geglaubt." Er betonte, die Einrichtung sei "ein Haus für alle" geworden, ein Treffpunkt für Lesungen, Konzerte, auch Workshops. Er wünschte sich, dass unter der Regie der Kulturfabrik neben Museum und Bibliothek bald auch die Städtische Galerie im Alten Rathaus laufe. "Möge die Kufa noch lange in Bewegung bleiben, Veränderung als Teil ihrer Aufgabe sehen." Stolz sei man als Stadt auf die Jubilarin allemal. "Und sie hat sich mit dem Konzert heute ein besonderes Geschenk gemacht. 800 Liebesbekundungen, mehr geht nicht."
Ausverkauft war das Festkonzert; dass dennoch einige Stühle leer blieben, lag wohl an den drohenden Wolken, die einige abschreckten. Und kaum betraten die Musiker von Keimzeit und dem Deutschen Filmorchester Babelsberg unter Leitung von Bernd Wefelmeyer die Bühne, regnete es auch. Zum Glück waren vorher blaue Ponchos verteilt worden. Der Stimmung tat der Schauer keinen Abbruch. Vom ersten Stück an wurde jeder Song mit viel Applaus bedacht.
Dass man 2010 sich mit dem Orchester fand, 2014 das gemeinsame Album "Zusammen" entstand, erzählte der Keimzeit-Sänger Nobert Leisegang zwischendurch. Das gekonnte Zusammenspiel aus Balladen, Rockstücken und symphonischen Arrangements kam gut an. Natürlich spielte Keimzeit auch ihre alten Songs. "Uns gibts ja auch schon 35 Jahre", so Leisegang. Der Orchester-Dirigent konterte: "Und wir sind dieses Jahr 100 Jahre alt." Je später der Abend umso schöner leuchtete das Bühnenbild in der Dunkelheit in tollen Farben, so bei "Breit" und "Valentins Blumen". Auf der Zielgeraden, bei Keimzeits bekanntestes Stück "Kling Klang", sangen und tanzten etliche Besucher mit.
Alle Songs mitsingen konnte indes Mia Zickerow-Grund, Keimzeit-Fan der ersten Stunde. Die Rauenerin lobte den Abend als sehr gehaltvoll. "Und wir sind ja oft hier, das Ambiente ist toll." Seinen Spaß hatte auch Kufa-Gründer Friedrich Stachat. "Ich freue mich sehr über den Abend und habe immer daran geglaubt, dass die Kulturfabrik ein Erfolg wird. Musik gehörte immer dazu."
Erst nach drei Zugaben und Standing Ovations endete das Konzert. Als I-Tüpfelchen folgte ein zehnminütiges Feuerwerk - begleitet von Keimzeit-Musik vom Band. Honoriert wurde das Schauspiel am Himmel mit Jubelrufen. Viele Fürstenwalder lobten es als eines der schönsten Feuerwerke seit vielen Jahren.