Nach dem ausverkauften Akustik-Abend von Andreas Kümmert am Freitag hatte man am Sonnabend freie Platzwahl. Gerade mal 50 Besucher waren gekommen, um YeoMen zu erleben. Die Berliner Jungs - alle Anfang 20 - nahmen es sportlich. "Wahnsinn, da hat man nur die besten Zuschauer durchgelassen", sagte Absalom "Abi" Reichardt, und blickte mit Marek Strupp, Sebastian Leppert, Tobias Lindh und Jonas Harder in den Saal. Da saßen sowohl junge Menschen, aber auch ältere. Viele hatten mit nettem "a cappella"-Gesang wie von den Comedian Harmonists oder Prinzen gerechnet, doch auf Musik, die keinem wehtut, haben die Berliner keine Lust. Zwar beherrschen sie ihr Fach, wie man bei "O sole mio" merkt, doch dann plötzlich knallen einem laute Bässe ins Ohr. Alle Töne machen sie nur mit dem Mund, ihre Stimmen ersetzen problemlos eine ganze Band. Abi rennt singend sogar zwei Runden um die Zuschauer-Reihen, was einige irritiert. Kaum einer kennt YeoMen, auch wenn sie schon viele Preise gewannen, 2007 als Vorband von "Die Ärzte" tourten und hin und wieder auf Kreuzfahrten spielen.
Ihren Ohrwurm "BÄM!" hat schon "Scooters" HP Baxxter intoniert und der erklingt ebenso wie "Oben", der lustige Weltraum-Titelsong ihres aktuellen Albums. "Ordentlich singen", das gelingt ihnen bei Coversongs wie "Fly away" von Lenny Kravitz oder Rammsteins "Engel", doch noch besser kommen ihre Stücke wie "In Solarium" oder "Gebt dem Kind ne Bassdrum" oder "Mann am Mikrofon" an.
Zwischendurch erinnern sich YeoMen gern an ihren Auftritt auf dem Fürstenwalder Stadtfest im Vorjahr und reden viel, auch durcheinander, zu Radioaktivität und Sport. Statt finnischer Volkslieder singen sie "1000 Mal berührt", gefolgt von "Moskau" mit passendem Beinschwung. Ein Auszug aus ihrem Weltrekord im Techno-A-Cappella-Nonstop (6 Stunden und eine Minute ohne Pause) erklingt ebenso noch im Keller, wie das 80er Jahre-Medley mit "99 Luftballons", "Major Tom" und "Bruttosozialprodukt" zum Finale. "Die sind echt der Hammer, nicht nur die Musik, auch ihre Geschichten sind sehr lustig", lobt sie Nicole Icks aus Fürstenwalde am Ende.