Die Gemeinde Bad Saarow hat für ihre Bibliothek eine neue 30-Stunden-Stelle geschaffen. Andernfalls hätte die Einrichtung vor dem Aus gestanden, da der Vertrag einer bisherigen MAE-Kraft endet.
41 Stunden jede Woche ist die Bibliothek im Saarow-Centrum geöffnet. Auch sonnabends kann zwei Stunden lang geschmökert und geliehen werden. Zwei Damen sind es, die dann in der Bibliothek Gäste empfangen - meist wechselweise. Denn zu einer Kraft auf einer geförderten MAE-Stelle (sogenannter Ein-Euro-Job) mit Wochenarbeitszeit von 30 Stunden gesellt sich lediglich eine Kollegin mit Teilzeitvertrag. 14,9 Stunden ist Petra Neumann pro Woche in der Bücherei. Wenn Urlaub oder Krankheit kommen, ist es mit dem Betrieb nach Plan dahin. Immer wieder gab es verkürzte Öffnungszeiten, zuletzt zwei Wochen am Stück im November. "Oft halfen Mitglieder des Freundeskreises der Bibliothek ehrenamtlich", sagt Amtsdirektor Carsten Krappmann.
Nun läuft der MAE-Vertrag zum Jahresende aus. Damit die Bibliothek nicht in ihrer Existenz bedroht ist, entschloss sich die Gemeindevertretung zum Griff in die Haushaltskasse. Eine reguläre Stelle wurde ausgeschrieben. Am Mittwoch endete die Frist. "Wir haben etliche Bewerbungen bekommen", berichtete Krappmann gestern. Im Januar soll der oder die Neue die Arbeit aufnehmen. Bei Urlaub oder Krankheit indes könnte es auch in Zukunft schwierig werden, die üblichen Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten. Denn für die neue Stelle wurde zwar jemand mit "Facharbeiterabschluss im Bibliotheksdienst" gesucht, der Umfang jedoch liegt wie bei der MAE-Kraft bei 30 Wochenstunden.
Zu tun gibt es in der Bibliothek reichlich. Der Bestand von rund 11?000 Medien, der sich in den vergangenen Jahren stetig vergrößert hat, will gepflegt werden. Dazu kommt die Betreuung der Kunden. "Wie viele Leute kommen, ist von Tag zu Tag unterschiedlich", sagt Petra Neumann, die seit acht Jahren in der Bibliothek arbeitet. Im Sommer gehörten dazu auch Touristen.
200 "aktive Nutzer" sind in der Bibliothek registriert. Erwachsene zahlen 12 Euro für eine Jahreskarte, Kinder lesen kostenlos. Für 2,50 Euro kann man für vier Wochen "Kurzzeitleser" werden. In die Kasse werden auf diese Weise 1200 Euro pro Jahr gespült. Diese versickern nicht in den Personalkosten, sondern werden in Neuanschaffungen investiert. Dazu kommen Bücherspenden.
Amtsdirektor Krappmann will für die Zukunft über veränderte Öffnungszeiten nachdenken. "Vielleicht schließen wir während der Woche einen Tag, um dafür am Wochenende länger zu öffnen", sagt er.