Es ist ein gutes Apfeljahr. Gärtner Carsten Kühn, der sich seit Jahren mit dem Erhalt historischer Apfelsorten beschäftigt und im Expertenaustausch mit „Apfelpapst“ Hilmar Schwärzel von der Obstbauversuchsstation in Müncheberg ist, zeigt auf einen Hundertjährigen der Sorte „Apfel aus Lunow“, der im Garten Steinhöfel reichlich Früchte trägt. „An den alten Bäumen wird so gut wie nichts gemacht. Und trotzdem tragen sie leckere Früchte“, sagt der Experte aus Petershagen. Der „Apfel aus Lunow“ ist eine Rarität, wie so viele weitere historische Sorten auf der Streuobstwiese.

Alte Sorte nach märkischer Gemeinde Lunow benannt

Der „Apfel aus Lunow“ ist eine historische Apfelsorte aus der märkischen Gemeinde Lunow am Unterlauf des Grenzflusses Oder. Sie ist zwischen 1920 und 1930 in den Handel gekommen. Das Fruchtfleisch ist weiß, fest und wenig saftig. Im Geschmack ist der Apfel, der als Tafelobst erst nach Lagerung geeignet ist, süß-säuerlich. Ansonsten ist diese Sorte als Most- oder Wirtschaftsapfel zu empfehlen.

Apfelbaum für die Enkel pflanzen

Carsten Kühn ist stolz darauf, dass er hilft, diese und viele andere Sorten weiter zu erhalten. Das ist seine Passion. Dafür lernt Kühn, der als Gärtner bei Floraland Schöneiche arbeitet, immer dazu. Er besucht Seminare und ist im Erfahrungsaustausch mit anderen Experten. Carsten Kühn zieht regelmäßig neue, veredelte Bäumchen, die nach seiner Aussage in fünf bis zehn Jahren Früchte tragen werden. „Wer solch einen Apfelbaum pflanzt, tut das für seine Enkel“, sagt er schmunzelnd.
Im Garten Steinhöfel, der vom Verein Landkunstleben bewirtschaftet wird, kümmert sich der Petershagener ehrenamtlich um die historischen Sorten, die ihm besonders am Herzen liegen. Kaiser Wilhelm, Rheinischer Bohnapfel, Boskop, Ananas-Renette, Martens Grafensteiner und Landsberger sind darunter.